Donnerstag, 20. Juni 2013

Hörsaal /

Human Enhancement Der Mensch der Zukunft  

Vorträge von Udo Ebert und Armin Grunwald

Ein Mann, der als Superman verkleidet ist und ein anderer Superheld gehen nebeneinander her.
Übermenschliche Kräfte für jeden? (bloke_with_camera | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Mit technischen und medizinischen Mitteln ist der Mensch heute in der Lage, die natürlichen Grenzen seines Körpers zu überwinden. "Human Enhancement" werden solche Maßnahmen genannt, darunter fallen leistungssteigernde Medikamente ebenso wie technische Implantate oder gentechnische Verfahren.

Mittlerweile sind Maßnahmen möglich oder zumindest vorstellbar, die vor wenigen Jahren noch nach Science Fiction klangen. Wo entsprechende Möglichkeiten bestehen, lässt auch der Wunsch danach nicht lange warten, ebenso wenig wie kommerzielle Interessen. Das Erweitern oder - je nach Bewertung - Verbessern des Körpers wirft allerdings Fragen auf. Ist mehr auch besser? Welche Folgen könnte die Etablierung bestimmter Maßnahmen des Human Enhancements für den Einzelnen und die Gesellschaft haben?


Human Enhancement interdisziplinär betrachtet

Das Karl-Sudhoff-Institut für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften und die Medizinische Fakultät der Universität Leipzig  haben sich in Kooperation mit der Kommission "Wissenschaft und Werte“ der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig im Februar 2012 an die Aufgabe gewagt, den Begriff Human Enhancement näher zu beleuchten. Im Rahmen der Tagung "Der Mensch der Zukunft: Hintergründe, Ziele und Probleme des Human Enhancement“ suchten Wissenschaftler verschiedener Disziplinen nach Definitionen, sie beschrieben Verfahren, arbeiteten offene Fragen heraus. Ethik, Medizin, Recht, Wirtschaft, Theologie – all diese Dimensionen wurden dabei berücksichtigt.


Körperverbesserung als Maßstab

Den Auftakt machte am 17. Februar 2012 dabei der Rechtswissenschaftler und Jurist Udo Ebert, Vorsitzender der Kommission "Wissenschaft und Werte" und einer der Organisatoren der Veranstaltung; er führte kurz in die Tagung ein.
Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse am Karlsruher Institut für Technologie, widmete sich am selben Tag der Frage, ob und wie Human Enhancement nicht nur normal, sondern auch normativ, also zum Maßstab werden könne und welche ethischen Probleme damit einhergehen.

 


Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Human Enhancement - Evolution und Glauben
Die naturgegebenen Grenzen zu dehnen, ist ein Eckpfeiler der Erfolgsgeschichte des Menschen. Mit medizinischen und technischen Mittel optimieren wir seit jeher auch unsere eigenen Körper - sei es, um Krankheiten zu lindern oder unsere Leistung zu steigern.
(Vorträge von Thomas Junker und Nikolaus Knoepffler)

Human Enhancement - Das Geschäft mit dem Körper
Ökonomische Dimensionen des Human Enhancement  und Human Enhancement aus der Sicht des Verfassungsrechts
(Vorträge von Uwe Cantner und Josef Franz Lindner)



Mehr bei DRadio Wissen:

Vom Homo Sapiens zum Homo Plasticus
Die Idee der Um- und Verformung des Körpers ist keine Erfindung der Neuzeit.
(Kultur 13.03.2012)

Schneller, höher, weiter
"Der getunte Mensch" - mehr Leistung durch Pillen?
(Hörsaal 10.01.2011)

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