Sonntag, 26. Mai 2013

Spielraum /

Ideen Grandios gescheitert  

Ein Gespräch mit dem Historiker und Buchautor Bernd Ingmar Gutberlet

Grafik eines Lehrers, der vor einer Tafel steht. Auf ihr steht: 1+2=4
Scheitern ist menschlich. (Patrick Freebern | Flickr | cc-by-nc-sa.2.0)

Esperanto, Fordlandia und Atlantropa: Visionäre Projekte, die nie umgesetzt wurden.

Stalin hatte einst den Plan, die dürren Steppen Zentralasiens mit dem Wasser sibirischer Flüsse fruchtbar zu machen. Das Projekt scheiterte - doch da war der Diktator schon tot. Auch aus der Idee, den Meeresspiegel des Mittelmeeres abzusenken, um eine Landverbindung zwischen Europa und Afrika zu schaffen, wurde nichts. Der Historiker Bernd Ingmar Gutberlet kann zahlreiche weitere gescheiterte Projekte aufzählen: Der Revolutionskalender aus dem Jahr 1789 etwa, der eine neue Zeitrechnung einleiten sollte.

Scheitern ist kein Tabu

Bernd Ingmar Gutberlet sagt, dass manche Menschen aus dem Scheitern lernen, andere verheimlichen Misserfolge lieber. 15 Jahre lang hat er gescheiterte Projekte gesammelt. Besonders fasziniert ihn die Hartnäckigkeit, mit der viele Ideengeber ihre Visionen umsetzen wollen. Eins hätten die Projekte gemein: Sie seien allesamt viel zu groß gedacht worden - von Anfang an.

Heute beobachtet Bernd Ingmar Gutberlet eine ganze Kultur des Scheiterns, auf der etwa Castingshows fußen. Was früher ehrabschneidend gewesen sei, sei heute enttabuisiert.

Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 23.04.2012.



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Kommentare 7 - 1 von 7

  • 7. Automarke MINI gratuliert Esperanto zum 125. Geburtstag

    In der entsprechenden Pressemeldung von MINI heisst es u. a.: "So steht Esperanto gleichzeitig für Tradition und Innovation – ganz wie der MINI" ( https://www.press.bmwgroup.com/pressclub/p/de/pressDetail.html?outputChannelId=7&id=T0127055DE&left_menu_item=node__2312 ).

    kokido7 31.05.2012 17:50 Uhr

  • 6. Esperanto vivas

    Herzberg am Harz - die Esperanto-Stadt http://herzberg.de und http://esperanto-urbo.de No comment.

    Zsofia 29.04.2012 16:21 Uhr

  • 5. Es gibt zumindest drei verschiedene Projekte mit Esperanto

    Der Radiobeitrag erwähnt nur das Projekt, Esperanto als internationale Sprache durch gemeinsamen Beschluss von Regierungen einzuführen. Allerdings gab und gibt es darüber hinaus noch zumindest zwei weitere Projekte mit Esperanto: Zum einen Esperanto unter der Bevölkerung weiter zu verbreiten, bis es die am meisten verwendete internationale Sprache ist. Zum anderen eine internationale Esperanto-Sprachgemeinschaft auf- und auszubauen. Unstrittig ist, dass dies Projekt funktioniert hat und funktioniert; vermutlich nimmt die Verwendung von Esperanto sogar weiterhin zu, z.B. in der Wikipedia oder bei Facebook. Auch die chinesische Regierung verwendet Esperanto, u.a. auf http://esperanto.china.org.cn/ . Dass das Projekt, Esperanto durch Beschluss von Regierungen einzuführen, nicht sehr aussichtsreich sei, hat im übrigen Ludwig Zamenhof, der Schöpfer des Esperanto, bereits 1910 in seiner Kongressrede in Washington gesagt: Regierungen kämen einer Sache nämlich gewöhnlich erst dann zu Hilfe, wenn alles bereits fertig sei... http://www.esperanto-usa.org/en/node/17 Es entspricht also vollständig der Voraussage von Zamenhof vor 102 Jahren, dass dieser Weg nicht zum Ziel geführt hat. Das Projekt von Zamenhof, einen Beitrag zur internationalen Verständigung zu leisten, ist hingegen auf gutem Wege, wenn auch noch in geringem Umfang im Vergleich mit dem Potential des Esperanto. Vgl. auch http://www.esperantoland.org/de/plu.php?msgid=1117

    LuWunsch-Rolshoven 29.04.2012 14:40 Uhr

  • 4. Esperanto bleibt ein Angebot

    Es gibt noch keine europäische Sprachpolitik zur Überwindung der bestehenden Kommunikationsprobleme. Es gibt auch keine europäische Öffentlichkeit: keine europäische Zeitung, kein europäischer Sender! Europa braucht deshalb eine NEUTRALE Zweitsprache für Jedermann. Esperanto steht seit nunmehr fast 125 dafür bereit. Es ermöglicht Kommunikation auf Augenhöhe. Esperanto gehört in die Schulen Europas! Gegen gängige Vorurteile hilft Information.

    SamIdeano 26.04.2012 16:21 Uhr

  • 3. Ein doch überraschender Erfolg

    Was die Verbreitung des Esperanto betrifft, sollte dabei auch immer überlegt werden, dass die staatlichen Bildungssysteme, die quasi das Monopol für Fremdspachenunterricht haben, Esperanto nihct unterstützen. Das heißt, dass fast alle Menschen, die heute Esperanto sprechen, diese Sprache außerhalb der Schule freiwillig gelernt haben. Ganz im Gegenteil wurde Esperanto bzw. die Sprecher in einigen Ländern verfolgt - Hitler und Stalin waren dabei die bekanntesten. Aber auch kleiner Diktatoren haben esperanto unterdrückt, neispielsweise Ceaucescu in Rumänien bis 1989. Um so erfreulicher ist es, dass diese Plansprache als einzige Plansprache einen nennenswerte Gemeinschaft über 125 Jahre hat aufbauen können udn aus einem Projekt eine lebende Sprache gemacht hat.

    hoketo 24.04.2012 16:25 Uhr

  • 2. Radiosendungen auf Esperanto

    Da es sich bei DRadio Wissen um einen Radiosender handelt, ist insbesondere Folgendes noch erwaehnenswert: Neben den Auslandsdiensten Kubas und des Vatikans sendet auch China Radio Internacia auf Esperanto - sogar mehrmals taeglich*); Sendungen im Internet: http://esperanto.cri.cn/ . Esperanto sollte also besser unter der Rubrik "grandios gelungen" eingeordnet werden. *) Sendeplan fuer Mittel- und Kurzwelle: http://eo.wikipedia.org/wiki/%C4%88ina_Radio_Internacia .

    kokido7 23.04.2012 21:02 Uhr

  • 1. Esperanto lebt!

    Vielen Dank für Ihren Radiobeitrag und den Artikel. Die Sichtweise kann ich jedoch nicht teilen. Man kann Esperanto doch mit einem Staudammprojekt vergleichen. Esperanto ist historisch betrachtet eine sehr erfolgreiche Sprache, die heute tatsächlich lebt und verwendet wird. Als Esperanto veröffentlicht wurde war es eine der kleinsten Sprachen der Welt. Heute ist es eine tatsächlich angewendete, internationale Sprache mit Musik und Literatur. In der Rangfolge der Sprachen gehört es heute wohl zu den 300 meist gesprochenen Sprachen (von über 6.000). Bei Betrachtung ausschließlich der Zweitsprachler gehört Esperanto sogar zu ersten 50 Spachen dieser Welt. Einen noch höheren Rang nimmt es ein, wenn man nur die internationale Verwendung berücksichtigt. Das ist doch ein grandioser Erfolg. Die heutige Verbreitung hat Esperanto allein mit friedlichen Mitteln und ohne viel Geld erreicht.

    Esperantst 23.04.2012 20:09 Uhr

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