Ideen Grandios gescheitert
Ein Gespräch mit dem Historiker und Buchautor Bernd Ingmar Gutberlet
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- Scheitern ist menschlich. (Patrick Freebern | Flickr | cc-by-nc-sa.2.0)
Esperanto, Fordlandia und Atlantropa: Visionäre Projekte, die nie umgesetzt wurden.
Stalin hatte einst den Plan, die dürren Steppen Zentralasiens mit dem Wasser sibirischer Flüsse fruchtbar zu machen. Das Projekt scheiterte - doch da war der Diktator schon tot. Auch aus der Idee, den Meeresspiegel des Mittelmeeres abzusenken, um eine Landverbindung zwischen Europa und Afrika zu schaffen, wurde nichts. Der Historiker Bernd Ingmar Gutberlet kann zahlreiche weitere gescheiterte Projekte aufzählen: Der Revolutionskalender aus dem Jahr 1789 etwa, der eine neue Zeitrechnung einleiten sollte.
Scheitern ist kein Tabu
Bernd Ingmar Gutberlet sagt, dass manche Menschen aus dem Scheitern lernen, andere verheimlichen Misserfolge lieber. 15 Jahre lang hat er gescheiterte Projekte gesammelt. Besonders fasziniert ihn die Hartnäckigkeit, mit der viele Ideengeber ihre Visionen umsetzen wollen. Eins hätten die Projekte gemein: Sie seien allesamt viel zu groß gedacht worden - von Anfang an.
Heute beobachtet Bernd Ingmar Gutberlet eine ganze Kultur des Scheiterns, auf der etwa Castingshows fußen. Was früher ehrabschneidend gewesen sei, sei heute enttabuisiert.
Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 23.04.2012.