Ideenklau Plagiierende Studenten
Ein Gespräch mit dem Soziologen Ivar Krumpal über Copy und Paste bei Studenten
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- Auch Studenten schreiben zunehmend ab, ohne die Quelle ehrlicherweise zu nennen. (Ze Clou | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Wirtschaftsbosse tun es, gestandene Forscher und jede Menge Politiker: abschreiben, kopieren, plagiieren. Studenten tun es auch. Eine Untersuchung zeigt, dass fast jeder vierte Student schon einmal geschummelt hat.
Man kann fast den Eindruck bekommen, das Übernehmen fremder Texte sei eine Art Volkssport geworden. Moralische Erörterungen dazu enden oft mit dem Verweis, dass man gerade den jungen Leuten Vorbild sein müsse. Und wie wichtig es sei, nicht auf Copy-and-Paste zu setzen, sondern die Urheber der übernommenen Textpassagen auch zu benennen.
Wie viel pfuschen Studenten?
Soziologen der Universität Leipzig haben mit einer Studie die Ehrlichkeit beim akademischen Nachwuchs überprüft. Für die Untersuchung wurden an der Universität Leipzig, der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich und der Ludwig-Maximilians-Universität München 474 Studierende verschiedener Fächer befragt, 310 davon anonym.
Die Studenten wurden gefragt, ob sie schon einmal bei einer wissenschaftlichen Arbeit bewusst fremde Texte als eigenes Gedankengut ausgegeben haben. Die Ergebnisse sind alarmierend: Fast ein Viertel der Studenten gestanden, schon einmal unehrlich mit fremden Texten umgegangen zu sein. 1,6 Prozent gaben zu, schon einmal vollständig plagiiert beziehungsweise einen Ghostwriter beauftragt zu haben.
Plagiate sollten hart bestraft werden
Ivar Krumpal, Soziologe an der Universität Leipzig und Autor der Studie, erkennt den wachsenden Druck bei den Bachelor- und Masterstudiengängen. Die studienbegleitende Benotung könne für Studenten ein Anreiz sein, sich unfair Noten zu beschaffen. Krumpal fordert stichprobenartige Kontrollen der wissenschaftlichen Arbeiten, so stelle man zugleich nicht alle Studenten unter Generalverdacht: "Wenn Plagiate auftauchen, dann sollte es harte Strafen geben. Von schlechten Noten und einer Wiederholung bis hin zur Exmatrikulation", so Krumpal.