Indien Ein Land im medialen Umbruch
Amrai Coen und Caterina Lobenstein haben in Indien nach der Zukunft des dortigen Journalismus gesucht
-
- Zeitungen laufen hervorragend in Indien, im Netz könnte sich aber eine unabhängige Alternative entwickeln. (Anindito Mukherjee | dpa | picture alliance)
Wachstumsraten von elf Prozent jährlich - wovon deutsche Zeitungen nur träumen können, ist in Indien ganz normal.
Etwa ein Viertel der Inder sind Analphabeten. Und trotzdem erreichen Zeitungen große Teile der Bevölkerung. Weil sie wenig kosten und weil nur ganz wenige Privilegierte Zugang zum Internet haben. Und weil Zeitung lesen und die Geschichten aus der Zeitung weiterzuerzählen in Indien einfach Tradition hat.
Gekaufter Journalismus
Mit Nachrichten allein können indische Zeitungen kein Geld verdienen. Die Konsequenz: Viele Artikel sind mitnichten unabhängig, sondern werden von Firmen bestellt. "In Indien wird heftig über paid news gestritten", erläutert die Journalistin Pronotti Datta. "Wer sein Produkt oder seine Partei in der Zeitung sehen will, bezahlt die Zeitung dafür."
Rasanter digitaler Wandel
Doch im Netz entwickelt sich ein neuer unabhängiger Journalismus. Und: In kaum einem anderen Land ist der digitale Wandel so stark zu spüren wie in Indien: Die Zahl der Mobilfunkverträge steigt jeden Monat um fast 20 Millionen und auch Facebook verzeichnet immer mehr Mitglieder. "In drei bis vier Jahren werden 100 Millionen junge Inder einen Tablet-PC besitzen", vermutet der Informatikprofessor Depak Phatak.
Next Media Report - Eine Weltreise in die Zukunft der Medien
The Future of Journalism (NextMedia Hamburg | Youtube)