Samstag, 18. Mai 2013

Medien /

Indien Ein Land im medialen Umbruch  

Amrai Coen und Caterina Lobenstein haben in Indien nach der Zukunft des dortigen Journalismus gesucht

Ein Inder sitzt auf einer grünen Plane und liest in einer Zeitung.
Zeitungen laufen hervorragend in Indien, im Netz könnte sich aber eine unabhängige Alternative entwickeln. (Anindito Mukherjee | dpa | picture alliance)

Wachstumsraten von elf Prozent jährlich - wovon deutsche Zeitungen nur träumen können, ist in Indien ganz normal.

Etwa ein Viertel der Inder sind Analphabeten. Und trotzdem erreichen Zeitungen große Teile der Bevölkerung. Weil sie wenig kosten und weil nur ganz wenige Privilegierte Zugang zum Internet haben. Und weil Zeitung lesen und die Geschichten aus der Zeitung weiterzuerzählen in Indien einfach Tradition hat.

Gekaufter Journalismus

Mit Nachrichten allein können indische Zeitungen kein Geld verdienen. Die Konsequenz: Viele Artikel sind mitnichten unabhängig, sondern werden von Firmen bestellt. "In Indien wird heftig über paid news gestritten", erläutert die Journalistin Pronotti Datta. "Wer sein Produkt oder seine Partei in der Zeitung sehen will, bezahlt die Zeitung dafür."

Rasanter digitaler Wandel

Doch im Netz entwickelt sich ein neuer unabhängiger Journalismus. Und: In kaum einem anderen Land ist der digitale Wandel so stark zu spüren wie in Indien: Die Zahl der Mobilfunkverträge steigt jeden Monat um fast 20 Millionen und auch Facebook verzeichnet immer mehr Mitglieder. "In drei bis vier Jahren werden 100 Millionen junge Inder einen Tablet-PC besitzen", vermutet der Informatikprofessor Depak Phatak.

 

Next Media Report - Eine Weltreise in die Zukunft der Medien 

The Future of Journalism (NextMedia Hamburg | Youtube)



Mehr bei DRadio Wissen:

Ukraine - Wahlkampf mit "Jeans"
Als "Jeans" werden in der Ukraine und Russland Zeitungsartikel bezeichnet, die Unternehmen oder Politiker bestellt - sprich gekauft - haben.
(Medien vom 26.10.2012)

Presse: Zeitungsparadies Indien
Nirgendwo werden so viele Zeitungen gelesen wie in Indien.
(Medien vom 17.08.2011)

Journalismus: Medien in Indien
Das Tandemprojekt "Perspektivwechsel" setzt auf Austausch zwischen deutschen und indischen Journalisten.
(Redaktionskonferenz vom 12.12.2011)

 

Weitere Informationen:

In Indien wächst der Zeitungsmarkt
Indische Verleger wollen, dass sich jeder eine Zeitung leisten kann.
(depresse.com vom 11.10.2011)

Die Zukunft des Journalismus
Fünf Wochen waren wir unterwegs und haben ein gutes Dutzend Interviews geführt – nun ist unsere Reise vorbei.
(nextmediablog.de vom 23.12.2012)

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Audiobeitrag laden

Medien

Das Bild zeigt eine junge Frau, die in einem dunklen Raum sitzt und in einen hell erleuchteten Computer schaut.

MedizinDu sollst keine Krankheiten googeln!

krankheitserfahrungen.de bietet medizinisch korrekte Krankheitsgeschichten.

Mehr …

Über einem Youtube-Playbutton ist der Code zu einem Tagesschau-Video vom 16.06.2013 zu sehen.

FramingMein Clip, dein Clip

Youtube-Videos einbetten oder nicht? Diese Entscheidung muss jetzt der EuGH treffen.

Mehr …

I/O - die beiden Buchstaben vor dunklem Hintergrund.

EntwicklerkonferenzGoogle denkt mit

Auf der Konferenz I/O geht es um die Zukunft der Googlewelt.

Mehr …

Verschiedene Cover argentinischer Boulevardmedien

KlatschpresseAm Abgrund des Journalismus

"Topf voll Gold" will Lügen über Promis entlarven.

Mehr …

Die Zeichnung eines Schiffes bei schwerem Seegang.

FerngesteuertGeisterschiff der Zukunft

Nach Tauchrobotern und unbemannten Drohnen experimentieren Forscher mit autonomen Frachtschiffen.

Mehr …

Die kubanische Bloggerin Yoani Sánchez im Gespräch

Kuba"Bürger zu sein, ist gefährlich"

Eine kubanische Bloggerin reist durch die Welt.

Mehr …