Donnerstag, 20. Juni 2013

Online Talk /

Instagram & Co. Das Netz verändert die Fotografie  

Der Online-Talk mit Daniel Fiene und Herrn Pähler.

Ein Fotograf kniet vor seiner Kamera und macht ein Bild. Es ist nur seine Silhouette zu sehen.
Fotografie zwischen Handwerk und Kunst. Und Banalität. (Zuhair Ahmad | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)

Das Foto wird zum Volkskommunikationsmittel. Mittagessen werden auf Twitter verteilt, Schnappschüsse mit Freunden werden per WhatsApp oder Facebook gepostet. Die Inflation der Fotos im Netz zerstört den Wert der Arbeit der Fotokünstler nicht - im Gegenteil.

In Düsseldorf beginnt an diesem Wochenende im Museum Kunstpalast eine Ausstellung von Andreas Gursky. Er gilt als teuerster Fotokünstler der Welt. 2011 versteigerte das New Yorker Auktionshaus Christie's sein Bild mit dem Titel "Rhein II“ für mehr als drei Millionen Euro.

Profis nutzen das Netz

Christian Rolfes ist ein Fotograf, der das Internet nicht nur als Verbreitungsweg nutzt, um auf seine Arbeit hinzuweisen, sondern das Netz auch in seine Arbeiten einbezieht. Bei seinem Projekt AndAndAnd.net  hat er Menschen fotografiert, mit denen er über Skype verbunden ist. Das kam an: Der Diplom-Kommunikationsdesigner ist vom Art Directors Club Deutschland als Talent des Jahres 2011 ausgezeichnet worden - und heute bei uns im Onlinetalk.

Hat das Netz auch Auswirkungen auf Museen? Ja, findet Werner Lippert, Direktor des NRW-Forums in Düsseldorf. In den Ausstellungen seines Hauses gehört der Audioguide per App oder das iPad als Präsentationsfläche an der Wand einfach dazu. Zudem testet das NRW-Forum sämtliche Social-Media-Kanäle und ist dabei sehr erfolgreich: Die Follower-Zahlen sind viel höher als die anderer Museen (Facebook / Twitter Instagram).  Wie Museen und das Netz zusammengebracht werden müssen, erklärt Werner Lippert im Online-Talk.

Fotos als Kommunikation

Im Netz bekommen Fotos eine ganz andere Bedeutung: Menschen setzen sie zur Kommunikation ein. Die Art und Weise, mit welchen Fotos Menschen sich in ihren sozialen Netzwerken präsentieren, sagt viel über die Personen aus. Was genau, weiß Kixka Nebraska. Als Profilagentin berät sie Menschen rund um ihre Präsenz in sozialen Netzwerken. Wir sprechen mit ihr darüber, welche Wirkung Fotos im Netz haben.

Was hat es zu bedeuten, dass viele Netznutzer simple Straßen-Schnappschüsse oder ihre abgelichteten Mahlzeiten veröffentlichen? Ist das zu banal? André Krüger ist im Netz nicht nur als Bosch bekannt, sondern auch als Hardcore-Instagram-Nutzer. Mehr als 40.000 Menschen folgen seinem Fotostream. Er beschreibt in seinem Blog seinen Werdegang als Instagram-Liebhaber und kommt zu dem Schluss: "Instagram macht Spaß, man muss es aber selbst ausprobiert haben, um das zu verstehen." Was er damit meint, verrät er im Online-Talk.

Fotografen als "humane Biofilter in der digitalen Datenflut"

"Digitale Bilder kommunizieren, analoge Bilder erinnern", sagt  Andreas Schelske, Kommunikationswissenschaftler an der Jade Hochschule Oldenburg/Elsfleth/Wilhelmshaven. Seine These: Die Digitalisierung der Fotografie führt dazu, dass es immer mehr Bilder gibt, die jedoch immer weniger Bedeutung haben. Gerade deshalb sind professionelle Fotografen nach wie vor wichtig und zwar als "humane Biofilter in der digitalen Datenflut". Wir sprechen mit ihm unter anderem darüber, wie  genau diese Filterfunktion aussieht.

Was gibt's neues auf der Photokina?

Ronny Hendrichs ist auch Fotograf und hat eine Webagentur. Er fotografiert auch für Medien und kennt sich in vielen Foto-Communities im Netz aus. Er war in dieser Woche auf der Photokina und wird uns über die neusten Trends aus der Welt der Fotografie berichten.

 

 Daniel Fiene und Herrn Pähler gibt es an jedem 4. Samstag im Monat. Mehr zu den beiden gibt es auf wasmitmedien.de.

 



Mehr bei DRadio Wissen:

Das Smartphone als Kamera-Ersatz
Der Schnappschuss hat Hochkonjunktur
(Agenda 11.01.2012)

Mein Studium: Fotografie

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