IPv6 Die neue Internet-Postleitzahl ist da
Die Webschau mit Sebastian Sonntag
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- Die verfügbaren IP-Adressen werden knapp. Das neue IPv6 bietet eine Lösung mit Nachteilen. (iandavid | Flickr.com | CC BY-NC-SA)
Die großen Internetfirmen haben eine kleine Revolution in der Geschichte des Internets vollbracht. Sie haben die Adressvergabe im Internet von IPv4 auf IPv6 umgestellt – was allerdings mit Mängeln in der Sicherheit und Privatsphäre einhergeht. Was das für den User bedeutet, erklärt Sebastian Sonntag in der Webschau.
Die Umstellung bedeutet, dass sich mehr Geräte im Internet anmelden können. Mit der alten Technik wurde es langsam knapp, weil immer mehr Leute mit immer mehr Geräten ins Internet drängen. Damit man mit einem Notebook oder dem Handy surfen kann, braucht man eine eindeutige IP-Adresse.
340 Sextillionen neue Adressen
Mit dem alten IPV4-Systen gab es circa 4,3 Milliarden IP-Adressen. Es gab aber schon 2011 mehr als fünf Milliarden Geräte, die sich immer wieder mit dem Internet verbunden haben. Wenn zu viele Leute zum selben Zeitpunkt surfen wollten, funktionierte das System nicht mehr. Deshalb gibt es bei IPV6 deutlich mehr Adressen. Um es genau zu nehmen 340 Sextillionen, erklärt tagesschau.de.
Probleme mit Sicherheit und Privatsphäre
Es gibt allerdings an zwei Stellen Bedenken: Zum einen beim Thema Sicherheit, wie Moritz Tremmel auf netzpolitik.org erläutert. Mit IPV6 ist jeder einzelne Rechner Bestandteil des Internets, ohne dass ihm ein schützender Server oder Router vorgeschaltet ist. Damit ist der Rechner direkt angreifbar.
Das andere Problem ist die Privatsphäre. Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar erklärt auf seine Webseite: "Die nach dem neuen Internetprotokoll IPv6 vergebenen Internetadressen haben das Potential, zu Autokennzeichen für jeden Internetnutzer zu werden.“ Auch Thilo Weichert, der Datenschutzbeauftragte aus Schleswig-Holstein, teilt diese Sorgen in der Frankfurter Rundschau.
Forderung an Bundestag und Internetprovider
Die Enquete Kommission für Internet und digitale Gesellschaft des Bundestags sieht Bundestag und Internetprovider in der Pflicht: "Dem Deutschen Bundestag wird empfohlen,
[...] Internet-Zugangsanbieter zu verpflichten, ihren Kunden ohne Mehrkosten die Auswahl zwischen dauerhaft festen und wechselnden IP-Adressen für ihre Anschlüsse beziehungsweise Endgeräte anzubieten.“ In eine ähnliche Richtung geht das anonyme SPD-Mitglied Herr Keuter.
Der User kann sich aber auch selbst helfen – wie das geht, erklärt Moritz Tremmel auf netzpolitik.org.