Islam Sex muss keine Sünde sein
Helene Pawlitzki darüber, welche Regeln der Koran für den Umgang mit Sexualität vorsieht.
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- Erlaubt ist, was Spaß macht. (flickr.com | Shokichka | CC BY-NC-SA 2.0)
"Haram" oder "halal"? Verboten oder erlaubt? Nur wenn ein Muslim den Unterschied kennt, kann er auch nach dem Willen Gottes leben.
Doch beim Thema Sexualität scharfe Trennlinien zu ziehen, ist ein schwieriges Unterfangen. Was richtig ist - und was falsch - das leiten Muslime aus dem Koran und aus den überlieferten Worten und Taten des Propheten Mohammed ab.
Sex in der Ehe ist erlaubt, da ist man sich einig
Diese Regeln kann man unterschiedlich auslegen, manche Regeln widersprechen sich. Eines ist unstrittig: Sex in der Ehe ist erlaubt. Ob das für alle Sex-Praktiken gilt - und wieweit die Regeln auch für unverheiratete Paare gelten - darüber gehen die Meinungen allerdings auseinander.
Bejaht der Islam Sexualität?
So glauben einige Muslime, Verhütungsmittel seien laut Koran verboten. Die Sexualtherapeutin Meral Renz widerspricht, Verhütungsmittel seien kein Problem, und auch eine Abtreibung in den frühen Wochen der Schwangerschaft sei erlaubt. Sie stellt sogar die These auf, der Islam sei eine Religion, die zur Ehe und zu festen Beziehungen animiere und damit auch Sexualität bejahe.
Was ist erlaubt, was nicht?
Claudia Preckel, Islamwissenschaftlerin aus Bochum, sagt, dass "der Koranvers 'Eure Frauen sind ein Saatfeld; geht zu ihm, wann immer ihr wollt', eine Rechtfertigung zu sein scheint, für die Erlaubnis aller sexuellen Praktiken. Und hier wird es spannend, weil andere Gelehrte sagen: Saatfeld impliziert, dass auch eine Frucht, ein Kind, dabei herauskommen sollte." Daher stelle sich die Frage, ob Praktiken wie Oralverkehr oder Analverkehr erlaubt seien oder nicht.