Dienstag, 21. Mai 2013

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Islamophobie Die Angst vor dem Islam  

Gespräch mit FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners über sein Buch "Die Panikmacher" und dem Antisemitismusforscher Wolfgang Benz.

Ein verhüllte Palästinenserin in Gazastadt
Ein verhüllte Palästinenserin in Gazastadt (AP)

Diffuse Ängste und Vorurteile schüren die Islamfeindlichkeit. Eine Entwicklung, die mit dem Antisemitismus des 19. Jahrhunderts vergleichbar sei, meint der Historiker Wolfgang Benz. Er entlarvte damit wiederkehrende Überfremdungs- und Verschwörungstheorien. Diese prangert auch Patrick Bahners in seinem Buch "Die Panikmacher" an.

Muslime integrieren sich nicht, sind fortschrittsfeindlich, antidemokratisch, frauenfeindlich, gewaltbereit und werden aus radikaler Glaubensüberzeugung zu Selbstmordattentätern. So das populistische Potpourri westlicher Industrienationen.

Die Aufstände in Tunesien und Ägypten und die friedlichen Demonstrationen in der arabischen Welt zeigen jedoch ein anderes Bild von Muslimen - ein engagiertes und fortschrittswilliges. Manchem passt das nicht in das gängige Muster.

Ägyptische Demonstrantinnen protestieren am 3. Februar 2011 in Kairo gegen das Mubarak-Regime. Ägyptische Demonstrantinnen protestieren am 3. Februar 2011 in Kairo gegen das Mubarak-Regime. (AP)



"Die Panikmacher"

F.A.Z.-Feuilletonchef Patrick Bahners hat sich die populistische Islamismuskritik vorgeknöpft und wirft ihren Vertretern vor, ein geschlossenes System von Vorurteilen und der damit verbundenen Verachtung ganzer gesellschaftlicher Gruppen salonfähig zu machen.

In seinem Buch "Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam. Eine Streitschrift." kritisiert er Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin und Ralph Giordano als Beschwörer einer Bedrohung durch in Deutschland lebende Muslime.

Bahners stellt in Frage, ob ihre Argumente empirisch belegt oder gar schlüssig sind. Er geht der Frage "Gehört der Islam zu Deutschland?" nach und findet Schuldige auch in der Politik, wenn er schreibt: "Wo [Ängste] Ernstnehmen bedeutet, Vorurteile stehenzulassen, schwelen zu lassen, da schließt sich ein rhetorischer Teufelskreis: Die Politiker beteiligen sich am Aufwiegeln, um abzuwiegeln, aus Angst vor der Angst."

Fälliger Einspruch

Bahners' Streitschrift sei, so der Pressetext, der Einspruch gegen eine sich in Deutschland ausbreitende fremdenfeindliche Stimmungsmache zum Thema Islam. Kein Wunder, dass, kaum nach Erscheinen des Buches, sich die Kritisierten selbst zu Wort melden: Henryk M. Broder etwa erkennt zwar die Rechercheleistung und den Umfang der Streitschrift an, liest darin aber nur "die Angst des Intellektuellen vor der Wirklichkeit, der er durch Flucht in eine Welt aus Wollen und Vorstellung zu entkommen versucht".

Wir sprechen mit dem FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners über sein Buch und seine Thesen.


Antisemistismus = Islamophobie?

Demonstranten tragen eine riesige ägyptische Fahne durch Kairo. Marsch der Millionen: Demonstranten tragen eine riesige ägyptische Fahne durch Kairo. (AP)

Die Bilder von den Aufständen in Tunesien, Ägypten und in weiteren arabischen Staaten hinterlassen Spuren in unserem Islambild. Die Medien berichten nicht über radikale Selbstmordattentäter, sondern über friedliche Demonstranten, die diktatorische Regime gewaltfrei stürzen. Eine Chance für westliche Industriegesellschaften, ihre Vorurteile zu revidieren, meint der Historiker Wolfgang Benz.

Wolfgang Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, wagte 2008, die Judenfeindlichkeit im 19. Jahrhundert mit der heutigen Islamfeindlichkeit zu vergleichen. Dabei stellt er fest, dass die Mechanismen von Ausgrenzung und Diskriminierung nicht nur ähnlich sind, sondern auch den gleichen Grund haben: "Die Mehrheitsgesellschaft braucht fremde Minderheiten, denen man Schuld zuschreiben kann und an die sie Bedrohungsängste, Überfremdungs-, und Überwältigungsfantasien delegiert."

Wir sprechen mit dem Historiker Wolfgang Benz über unser Bild vom Islam.



Mehr bei DRadio Wissen:

Die Türken von Wien (21.02.2011)

Es gibt keinen Gott außer Gott - Eine Islam-Einführung von Gudrun Krämer, Professorin an der FU Berlin (26.12.2010)

Nach 9/11: Muslime in Deutschland (13.092010)

Integrationsdebatte: Sarrazin tritt ab (10.09.2010)

Statistikgespräch: Zahlen der Integration (02.09.2010)

 

Mehr zum Thema:

Kritik an Islam-Kritikern: Dschihad im Feuilleton. Ein Debattenbeitrag von Matthias Matussek. (spiegel.de)

Antisemiten und Islamfeinde: Hetzer mit Parallelen. Außenansicht von Wolfgang Benz. (sueddeutsche.de)

Neue Feindschaft, alte Muster. Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik nennt Islamophobie und Antisemitismus vergleichbar. (dradio.de)

Islamismus - ein Hintergrunddossier der Bundeszentrale für politische Bildung

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Kommentare 5 - 1 von 5

  • 5. Islamophobie ??????????

    Hallo Mitreder, mich würde doch interessieren, aus welcher Quelle Sie Kemal Atatürk zittiert haben. Mfg

    Hapschuuu 24.02.2011 01:26 Uhr

  • 4. islamverharmloser haben unrecht!

    als ex-muslim bin ich erschrocken, wieviele "gebildete" menschen aus naivität oder ideologische überzeugung die argumente der muslime verwenden. allein das wort islamophobie, das ja eine erfindung des islamischen massenmörders chomenin war, zu verwenden, ist eine beleidigung für die intelligenz. eine phobie ist eine unbegründete angst. angst vor dem islam ist jedoch heutzutage nicht krankhaft, sondern durch die untaten des islam absolut gerechtfertigt. seien es: -integrationsresistenz der muslime in europa, -brutale unterdrückung der nicht-muslime in allen 57 OIC staaten, -"islamische erklärung der menschenrechte" von kairo, die die menschenrechte unter der scharia stellt, -die tatsache, dass keines der islamischen rechtsschulen mit dem GG vereinbar ist -die tatsache, dass islamaustritt in allen islamischen rechtsschulen weltweit ein kapitalverbrechen darstellt, -die vielen terroranschläge, deren verursacher sich direkt auf den islam berufen, all das zeigt, dass sorge vor dem islam keine phobie ist, sondern bürgerpflicht. bahners und co. leben in eine fantasiewelt, in der folgendes gilt: "da der islam nicht falsch seien kann, muss die realität falsch sein". als ex-muslim halte ich mich lieber an mutige kritiker, die ihr leben riskieren, statt aus linke ideologen herreinzufallen, die gratismut beweisen, indem sie nur das kritisieren, was sich zivilisiert und ohne todes fatwahs wehrt.

    mehrdad 22.02.2011 15:37 Uhr

  • 3. Lauter liebe Menschen!

    Herr Bahners liegt mit seinem Buch natürlich auf der Höhe des politisch Korrekten. So haben es die 68er gewollt: Die Gesellschaft muss mit allen Mitteln umerzogen und umgepflügt werden; zu Multikulturalismus und naivem Liberalismus der dann die alte, bürgerliche Gesellschaftsordnung wegfegt und einem schariagesteuerten sozialistischen Weltbild mit Islammehrheit weicht. Der Islam ist,wenn in der Minderheit, nie sichtbar oder neg. auftrumpfend. Erst,wenn ein genügender Bodensatz in einer Gesellschaft erreicht wird, beginnt er sich fordernd auszuweiten (siehe UK, F,B,etc) und loszuschlagen. Aber zu glauben, in Europa könnte es eine "gemässigte" Version dieser politischen Ideologie geben, ist tiefst kindlichen Gemüts. Keine andere Ideologie hat soviel Hass, Gewalt, Terror in die Welt gebracht wie der Islam. Deshalb pragmatische Menschen wie Broder, Kelek, Schwarzer mit diesem falschen Begriff "Islamophobie" zu betiteln grenzt bei Menschen wie Bahners an linke Wahnvorstellungen, die bei dieser Kategorie Mensch schon fast zu Psychosen geworden sind. Nicht Sarrazin und Konsorten sind das Übel, nein die "Bahners" in unserer westlichen Gesellschaft ruinieren unsere Länder.

    Pimentos 22.02.2011 15:34 Uhr

  • 2. Islamophobie ?? - Lest den Koran

    Anbei ein paar Passagen des Koran aus nur einem von 114 Kapiteln !! ... man kann davon viel oder wenig halten. Toleranz wird jedenfalls nicht gepredigt! Sura 4 an-Nisa' 15. Und diejenigen von euren Frauen, die das Abscheuliche begehen, - bringt vier Zeugen von euch gegen sie. Wenn sie (es) bezeugen, dann haltet sie im Haus fest, bis der Tod sie abberuft oder Allah ihnen einen (Aus)weg schafft. 16. Und die beiden von euch, die es begehen, - züchtigt sie. Wenn sie dann bereuen und sich bessern, so laßt von ihnen ab. Gewiß, Allah ist Reue-Annehmend und Barmherzig. 89. Sie möchten gern, daß ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so daß ihr (alle) gleich seiet. Nehmt euch daher von ihnen keine Vertrauten, bevor sie nicht auf Allahs Weg auswandern! Kehren sie sich jedoch ab, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet, und nehmt euch von ihnen weder Schutzherrn noch Helfer, 91. Ihr werdet andere finden, die vor euch Sicherheit und vor ihrem (eigenen) Volk Sicherheit wollen. Jedesmal, wenn sie wieder der Versuchung ausgesetzt sind, werden sie in ihr zu Fall gebracht. Wenn sie sich nicht von euch fernhalten und euch nicht Frieden anbieten und nicht ihre Hände zurückhalten, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr auf sie trefft. Über jene haben Wir euch deutliche Gewalt verliehen.

    Kontra 22.02.2011 13:34 Uhr

  • 1. Islamophobie ??????????

    Seit über 500 Jahren haben die Vorschriften und Theorien eines alten arabischen Scheichs und die unsinnigen Auslegungen ganzer Generationen schmieriger und unwissender Priester in der Türkei alle Einzelheiten des Zivil - und Strafrechts festgelegt. Sie haben die Form der Verfassung, jede geringste Handlung und Geste im Leben des einzelnen Bürgers bestimmt, seine Ernährung, sein Wachsein und seinen Schlaf, den Schnitt seiner Kleidung, was er in der Schule lernt, seine Sitten, seine Gewohnheiten, ja seine privatesten Gedanken. Der Islam, diese absurde Theologie eines unmoralischen Beduinen, ist ein in Fäulnis übergegangener Kadaver, der unser Leben vergiftet. KEMAL ATATÜRK

    Mitreder 21.02.2011 11:12 Uhr

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