Mittwoch, 22. Mai 2013

Kultur /

Istanbul Shoppen statt Kinofilm  

Eine Reportage von Amin Farzanefar

Belebte Fußgängerzone, links und rechts historische Gebäude mit Läden im Erdgeschoss.
Istanbul wird modern, damit schreitet auch die Gentrifizierung voran. (Flickr.com | Mrmya | CC BY-NC-SA 2.0)

In Istanbul müssen Kinos riesigen Einkaufsparadiesen weichen. Der Stadtteil Pera war einst das Zentrum der türkischen Filmproduktion, heute entsteht dort ein Boulevard mit Designläden.

Knapp 90 Jahre alt ist das Emek Kino in Istanbul. Früher wurden dort alle Filmpremieren in der Hauptstadt gezeigt. Doch seit einigen Jahren tobt ein Rechtstreit um den Abriss des Jugendstilgebäudes in dem historischen Stadtteil Pera.

Nicht nur das Kino muss weichen

Der Streit ist offiziell entschieden: Seit Dezember 2011 existiert die gerichtliche Erlaubnis für einen Abriss, doch die Proteste gehen weiter. Auch auf dem Istanbul Film Festival, das bis zum 16. April 2012 lief, gab es Aktionen zur Rettung des Kinos.

Das Geschehen um das Emek Kino ist durch und durch politisch - nicht zuletzt, weil der türkische Kultusminister, der gleichzeitig Minister für Tourismusi ist, den geplanten Abriss lange verschwiegen hat. Doch es geht nicht nur um ein Kino, sondern um ein ganzes Viertel.

Die Gentrifizierung schreitet voran

Necati Sönmez, Regisseur und Leiter des Istanbul Film Festival, sagt: "Hier wird ein großes Viertel niedergerissen, die Bewohner mussten bereits umziehen. Es geht hier nicht nur darum ein Kino, einen nostalgischen Ort zu schützen, sondern auch um tausende von Menschen, die jetzt ihre Wohnungen verlieren."

Auch der Schauspieler Klaus Maria Brandauer meldete sich zu Wort: "Ich höre oft frenetischen Applaus, wenn es um Schauspieler und Regisseure oder andere Menschen aus dem Showbusiness geht. Aber heute habe ich etwas völlig neues gelernt: Es ist ein Gebäude, das hier der große Star ist: Emek!“



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Mehr zum Thema:

Let's save Emek
Website der Protestgruppe zur Rettung des Emek Kinos

 

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