Donnerstag, 20. Juni 2013

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Jamaika Riddim, Runnin, Rum  

Eine kleine Insel in der Karibik hat großen Einfluss auf die Leichtathletik und die internationale Popkultur

Der Weltrekordhalter im 100- und 200-Meter-Sprint Usain Bolt bei der WM 2009.
Sprinter Usain Bolt - der Mann, der für Jamaika rennt. (wikipedia.org | Erik van Leeuwen gemeinfrei)

Usain Bolt, Veronica Campbell-Brown und Yohan Blake dominieren auch 2012 die Sprintwettbewerbe bei den Olympischen Spielen. Seit Jahren kommen die schnellsten Menschen der Welt aus der Karibik, vor allem aus Jamaika.

Seit dem 6. August 1962 ist Jamaika unabhängig von Großbritannien, aber immer noch Teil des Commonwealth. Queen Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt. Knapp drei Millionen Einwohner hat das Land. Bekannt ist es zum einen für seine Leichtathleten und zum anderen für die Musik: Bob Marley steht in der ganzen Welt für Reggae, aber auch die Ska- und Dancehall-Szene wurde und wird von jamaikanischen Künstlern beeinflusst.

Rastafari und Homosexualität

Manch ein jamaikanischer Musiker hat allerdings in den USA Einreiseverbot, weil seine Texte offen schwulenfeindlich sind. Viele bekannte Reggae-Sänger gehören der Rastafari-Glaubensrichtung an, die Homosexualität ablehnt. Sex zwischen Männern ist in Jamaika verboten.

 

"Jamaikas Gesellschaft ist homophob"
Der Ethnologe und Reggae-DJ Marcel Klapp über die Rastafari-Bewegung

 

 

 

Das Land der Wunderläufer
Martin Polansky spürt dem Erfolg der jamaikanischen Sprinter nach - auf der Laufbahn und in der nationalen Dopingkommission

Usain Bolt auf der Bahn im Olympiastadion in LondonUsain Bolt sprintet zu Gold (dpa | picture alliance | Kerim Okten)Zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze haben haben die jamaikanischen 100-Meter-Sprinter und -Sprinterinnen in London bislang geholt. Bei den Wettbewerben auf der 200-Meter-Strecke geht die Medaillenjagd weiter. Die Wunderläufer Jamaikas sind so unmenschlich schnell, dass viele Beobachter Betrug wittern. Die nationale Dopingkommission will davon nichts hören. 

 

Unabhängig sei 1962
Birte Timm berichtet aus Jamaika über Jamaika

Der Schriftzug Jamaica.Jamaika ist ein Lebensgefühl. (Rod Senna | Flickr | cc-by-2.0)1655 haben die Briten den Spaniern Jamaika abgenommen. Danach gehörte das Land zu den britischen Kolonien. Erst im August 1962 konnte die Insel ihre Unabhängigkeit feiern. Wirtschaftlich ist es nicht gerade bergauf gegangen. Viele Jamaikaner verlassen ihre Heimat, um in den USA ein besseres Leben zu führen, sagt Birte Timm, die am Lateinamerika-Institut in Berlin promoviert.

 

 

Vom Verschnitt zum Whisky-Konkurrenten
Rum-Experte Dirk Becker über den Imagewandel vom Billigsprit zum Qualitätsbrand

Ein Rum-Mixgetränk aus den Farben rot, gelb und grün leuchtet auf einer Hotelbar.Der Bob Marley Shot: Erdbeer, Banane, Minze und ein guter Schuss Overproof Rum. (SBPR | flickr | cc by-nc 2.0)Rum hat ein Billigimage. Andere Brände wie Whisky, Wodka oder Gin gelten als schicker oder besser verträglich. Trotzdem ist der Marktanteil von Rum mit 14 Prozent so hoch wie der von Wodka und sogar höher als der von Whisky. Denn Rum wird vor allem verkauft als Zusatz von Mixgetränken. Dabei gibt es Qualitätssorten mit sehr charakteristischem Geschmack.

 

 

Ska, Reggae, Dancehall: die Musik Jamaikas
Musikjournalistin Ellen Köhlings über den Einfluss Jamaikas auf die internationale Popmusik

Der Reggae-Musiker Mystik Bowie vor weißem Hintergrund mit ausgestrecktem Arm und wehenden Dreadlocks.Reggae gehört zu Jamaika wie der Walzer zu Wien. (Jason Langheine | Flickr | cc-by-sa-2.0)In Jamaika bewegt sich die Musik in Wellen. Nachdem Dancehall einige Jahre angesagt war, kommt nun langsam wieder Roots nach oben. Diesmal jedoch nicht, um Dancehall zu verdrängen, sondern um eine Balance zu schaffen. In den vergangenen zehn Jahren hat sich im jamaikanischen Underground eine Live-Musik-Szene formiert, die allmählich von sich reden macht.



Mehr bei DRadio Wissen:

Alkohol - Und 'ne Buddel voll Rum
Eine kleine Rumkunde mit Jürgen Dietrich vom Kölner Rumkontor
(Redaktionskonferenz vom 08.08.2012)

Mali - Reggae für die Freiheit Afrikas
Der Sänger Tiken Jah Fakoly zeigt auch in der Krise Einsatz für seine Wahlheimat.
(Globus vom 26.07.2012)

Jamaika - Good Bye Queen
Jamaika ist eine stolze Insel, trotz aller sozialen Probleme. Auf den Glanz der Krone wollen viele Jamaikaner inzwischen lieber verzichten.
(Globus vom 01.06.2012)

Jamaika - Bob Marley als Werbeträger
Zur Weltpremiere des neuen Bob-Marley-Films werden Journalisten auf Jamaika auch viele weitere Produkte vorgestellt, die das Image des verstorbenen Reggae-Künstlers zur Werbung nutzen.
(Kultur vom 11.05.2012)

Jamaika - Knapper Wahlsieg erwartet
Jamaika wählt ein neues Parlament. Das Land ist geprägt von einer stagnierenden Wirtschaft, Armut und einer hohen Staatsverschuldung.
(Globus vom 29.12.2011)

Musikgeschichte - Bob Marley starb vor 30 Jahren
Am 11.05.1981 starb der berühmteste Reggae-Musiker. Noch heute beeinflusst sein musikalisches Schaffen Musiker und Reggae-Liebhaber.
(Kultur vom 11.05.2011)

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