Jasminrevolution III Sonne, Strand und bange Hoffnung
Alexander Göbel über den tunesischen Tourismus
In Tunesien sprechen Tourismusexperten gern von einem Comeback, wenn es um die Buchungszahlen 2012 geht. Nach dem schweren Einbruch des gesamten Sektors im Revolutionsjahr 2011 füllen sich nun die Strände wieder. Doch Tunesiens Urlaubswirtschaft ist noch lange nicht stabil.
Die Touristen kommen zurück - auch weil die Islamisten der Regierungspartei Ennahda wissen, wie wichtig die Urlauber für das Land sind: Alkohol und Bikinis bleiben erlaubt. Doch die meisten Feriengäste verstecken sich in den Bettenburgen am Strand - und zwar "All Inclusive". Darunter leiden die Restaurants, aber auch die Souvenirhändler und die Handwerker in der Medina von Hammamet.
Den Tourismus neu ausrichten
Nur verhalten kann sich Mouna Ben Halima über Tunesiens Mini-Comeback freuen. Die Hotelmanagerin kennt den wahren Kern des Problems. Von Anfang an, seit den 60er-Jahren, habe Tunesien sich auf Massentourismus ausgerichtet und sei austauschbar geworden. "Heute gibt man der Revolution die Schuld an der Tourismus-Krise in Tunesien. Aber diese Krise hat mit der Revolution nichts zu tun", meint sie.
Dieser Bericht ist der dritte Teil einer Serie über die Lage in Tunesien im ersten Jahr nach der Jasminrevolution.