Journalismus Original oder Fälschung?
Michael Wegener erklärt, wie das Content Center der ARD fremdes Bildmaterial verifiziert
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- Wer hat die Aufnahme gemacht, wie ist sie einzuordnen? Eine Aufgabe für das ARD Content Center. (FreedomHouse | flickr.com | CC BY 2.0)
Spätestens die Revolutionen in der arabischen Welt haben gezeigt: Manchmal geht es nicht ohne Handyvideos. Doch nicht immer sind die Aufnahmen echt.
Wenn in den Fernsehnachrichten von den neuesten Entwicklungen in Syrien berichtet wird, sind die Bilder oft verwackelt und unscharf. Das hat einen einfachen Grund: Das Material wurde nicht von professionellen Kamerateams gedreht. Die Quellen sind so vielfältig wie unsicher - denn manchmal spielen Regierung oder auch Rebellen den Medien gezielt gefälschte Fotos und Videos zu.
Indizienprozess im Content Center
Um sicherzustellen, dass das Material echt ist - und zwar, bevor es über den Sender geht - hat die ARD im April 2011 das Content Center ins Leben gerufen. Dort sitzen täglich mehrere Redakteure, die in sozialen Netzwerken, bei Youtube und in anderen Internetquellen gezielt nach Themen und Material suchen - von Orten, aus denen kein eigenes Material vorliegt. Denn so ist das beim Fernsehen: keine Bilder, kein Bericht. Das Verfahren gleicht einem Indizienprozess. Die Stufen: redaktionelle Verifikation, Quellenverifikation, Abgleich mit Experten, technische Verifikation.
Das Gespräch ist eine Wiederholung vom 30.08.2012.