Freitag, 24. Mai 2013

Medien /

Journalismus Subventionierte Presse  

Stephan Ruß-Mohl über Presseförderung durch den Staat

Medienaufgebot vor einer Pressekonferenz.
Wer vom Staat finanziell geförderter Journalismus befürwortet, muss sich dann auch fragen, ob Medien unabhängig bleiben können. (Zanthia/ Flickr/ cc by-nc-sa/ 2.0)

Gut recherchierte Hintergrundinformationen, Enthüllungsjournalismus kostet Geld, das die Verlage, weil es ihnen finanziell schlecht geht, nicht mehr zahlen wollen. Weil aber die vierte Gewalt im Staat zur Meinungsbildung gewünscht ist, liegt die Frage nahe, ob Journalismus nicht staatlich gefördert werden könnte.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk wird in Deutschland mit Gebühren der Nutzer finanziert. Eine direkte Förderung durch staatliche Gelder gibt es aber hierzulande nicht - weder für den Rundfunk, noch für Zeitungen oder Zeitschriften. Ganz im Gegensatz zu einigen anderen Ländern, wie den USA oder Frankreich. In Österreich werden Printmedien seit 1975 vom Staat bezuschusst - 2011 waren es insgesamt mehr als 8,7 Millionen Euro. Und auch in Skandinavien unterstützt der Staat die sogenannte vierte Gewalt.

Geld führt zu Abhängigkeit

Doch können staatlich bezuschusste Medien unabhängig sein? Kritiker sagen nein. Zu ihnen gehört auch Stephan Ruß-Mohl vom European Journalism Observatory in der Schweiz. Seiner Meinung nach entsteht durch finanzielle Förderung immer ein Abhängigkeitsverhältnis.



Mehr bei DRadio Wissen:

The Daily Dish: Zahlen fürs Blog
Webschau mit Thomas Reintjes
(Agenda vom 07.01.2013

 Weitere Informationen:

Weder Spenden noch der Tropf des Staates machen Journalismus unabhängig
(carta.info)

Medien am staatlichen Tropf
(vocer.org vom 24.11.2011)

Staatliche Maßnahmen zur Erhaltung der presserechtlichen Meinungsvielfalt
(uni-saarland.de / Aufsatz von Rudolf Wendt)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. Staatlich subventionierte Presse

    Wir haben in Deutschland zwar Pressefreiheit - jedoch keine freie Presse. Durch Abhängigkeit von Eignern und potentiellen Inserenten unterwerfen sich die Medien einer vorauseilenden Selbstzenzur. Der Leser erfährt kaum etwas über wirkliche Zusammenhänge. Es wird thematisch Scheinthemen hinterhergehechelt, unwichtige Aufgeregtheiten werden plattgetreten. Ab und zu bekommt der Leser ein paar Allgemeinplätzchen gebacken. Über die wirklichen Hintergründe z.B. unseres Finanzsystems, der echten Strippenzieher, die unsere Politdarsteller installieren oder abservieren,erfahren wir praktisch nichts. Kaum ein Journalist bekommt von seinem Verlag die Freiheit, hierzu zu recherchieren und zu veröffentlichen. Da nützen auch ein paar Millionen vom Staat nichts. Die werden gerne genommen - mehr aber auch nicht. Die Printmedien tun sich damit keinen Gefallen, denn echte Informationen bekommt man heute nur noch einigermassen aufwendig, aber immerhin, im Internet.

    Turmalin1 28.01.2013 12:07 Uhr

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