Freitag, 24. Mai 2013

Medien /

Journalismus Wenn sich die Reportage in die Seele brennt  

Medienjournalistin Brigitte Baetz über traumatisierte Berichterstatter

Ein Fotograf hält sich hinter Sandsäcken versteckt und macht Fotos.
Journalisten sind immer wieder mit dramatischen Situationen konfrontiert. (Malinkrop | Flickr | CC BY-NC 2.0)

Katastrophen, Kriege, Konflikte: Immer wieder berichten Journalisten über schlimme Ereignisse. Nicht selten kehren die Reporter selbst mit einem Trauma zurück.

"Ich werde verfolgt von Erinnerungen an das Morden, an Leichen, an verhungernde und verwundete Kinder." Das hat der Fotojournalist Kevin Carter 1994 in seinem Abschiedsbrief geschrieben, kurz bevor er sich das Leben nahm. Wenige Wochen zuvor hatte er den Pulitzerpreis für ein Foto bekommen, das ein sudanesisches Mädchen zeigt, auf dessen Hungertod ein Geier lauert.

Arbeit in Extremsituationen

Journalisten sind immer wieder mit dramatischen Situationen konfrontiert - und nicht selten bewirken diese Eindrücke auch dramatische seelische Veränderungen bei den Berichterstattern. Dabei erfordern Berichte über menschliche Tragödien und Gewalttaten ein besonderes Feingefühl, um das Leid der Opfer und Überlebenden nicht noch zu verschlimmern.

Den professionellen Beobachter spielen, funktioniert nicht

Es sei kaum möglich, sich auf solche Situationen vorzubereiten, sagt die Medienjournalistin Brigitte Baetz, umso wichtiger seien anschließende Gespräch. Der Versuch abzuschalten, sich vom Geschehen innerlich zu distanzieren und sich hinter Professionalität zu verstecken, betrachten Psychologen als nicht sinnvoll.



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