Samstag, 25. Mai 2013

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Julian Assange Anonymous bricht mit Wikileaks  

Andreas Noll mit der Webschau

Ein Portrait zeigt Julian Assange Gesicht zur Hälfte als Anonymous-Maske, über dem Mund ist die amerikanische Flagge.
Anonymous wirft Wikileaks vor, nur noch eine Werbeplattform für Julian Assange zu sein. (Adobe of Chaos | flickr | cc by 2.0)

Während Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft in London verharrt, verliert Wikileaks prominente Unterstützer. In einem offenen Brief wirft die Hacker-Gruppe Anonymous Wikileaks vor, nur noch eine PR-Plattform für Julian Assange zu sein.

Der traf sich zuletzt in seinem Botschaftsasyl in London mit Lady Gaga, oder er erklärte, dass die Präsidentschaftswahlen in den USA eine Nebensache seien - viel lieber sollte man Wikileaks Geld spenden. Anonymous kritisieren in dem offenen Brief, dass auf der Website von Wikileaks derzeit ein Werbebanner geschaltet ist, dass die Besucher der Seite auffordert, Geld zu spenden. Es sei nicht möglich dieses Werbebanner zu schließen, ohne zu spenden, es sei denn man deaktiviert Javaskript in seinem Browser. 

Assange: Anonymous vom FBI unterwandert

Anonymous, die Wikileaks nach allen Kräften unterstützt hatten, als die Plattform die geheimen US-Botschaftsdepeschen veröffentlichte, haben Wikileaks auch auf Twitter die Unterstützung entzogen. Julian Assange antwortete darauf ebenfalls mit einem offenen Brief. Er sagt, Werbung sei notwendig, um Wikileaks am Leben erhalten zu können. Außerdem wirft er Anonymous vor, vom FBI unterwandert zu sein. Er beschwört die Einheit von Wikileaks mit den Worten: "Gruppierungen, die als Einheit arbeiten, florieren und jene, die das nicht tun, werden zerstört und ersetzt." 

Von der Enthüllungsplattform zum Marktplatz

Nicht nur Anonymous auch andere Nutzer, die Wikileaks einst sehr wohlwollend gegenüberstanden, sehen die Enthüllungsplattform mittlerweile mit anderen Augen. Der Software-Entwickler Felix von Leitner schreibt auf dem Fefe-Blog: "Der Absturz von Wikileaks geht weiter. Jetzt haben sie eine Paywall. Damit haben sie alle ihre Prinzipien verraten außer dem offenen Verrat ihrer Quellen." Diese "Spendenschranke" frustriert auch andere Nutzer wie The Atlantic. Und Basic Thinking wirft Wikileaks sogar vor, nicht mehr zu sein als ein Marktplatz.

 

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