Dienstag, 21. Mai 2013

Natur /

Kampf den Keimen Resistenzen in Stall und Umwelt  

Arndt Reuning über Resistenzen in der Landwirtschaft

Puten befinden sich am Mittwoch (02.11.2011) in einem Stall in Geiselhöring im Landkreis Straubing-Bogen
Puten soweit das Auge reicht. (picture-alliance | dpa | Andreas Gebert)

Antibiotika kommen vor allem in der Tiermast zum Einsatz. In Schweine-, Rinder- und Geflügelställen sind darum bedeutende Brutstätten für resistente Bakterien entstanden.

Seit Mitte der 1960er Jahre entwickeln immer mehr Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika. Vor allem auf den Intensivstationen der Krankenhäuser bildeten Keime in Windeseile Resistenzen aus - weil dort der Selektionsdruck am größten war.

Antibiotika in der Massentierhaltung

Ungefähr die Hälfte aller Antibiotika in Europa werden allerdings in der Tiermast verwendet. So sind mittlerweile auch außerhalb der Kliniken bedeutende Brutstätten für resistente Bakterien entstanden - in Schweine-, Rinder- und Geflügelställen. Von dort können die Erreger leicht in die Umwelt gelangen, über die Gülle oder das Fleisch der Schlachttiere zum Beispiel.

Antibiotika als Leistungsförderer

Masttiere erhalten häufig ungewöhnlich hohe Mengen an Antibiotika. Das liegt auch daran, dass nicht einzelne Tiere behandelt werden, sondern gleich die gesamten Bestände - bei Geflügel zum Beispiel. Auch die Haltungsbedingungen machen hohe Antibiotikadosen notwendig: Masttiere können sich auf engem Raum schnell verletzen, Krankheitserreger sich schnell verbreiten. Zudem werden Antibiotika auch als Leistungsförderer eingesetzt. Die Wirkstoffe können die Vorgänge bei der Verdauung beeinflussen und dafür sorgen, dass die Tiere ihr Futter besser verwerten können.

Ein ausführliches Feature zu "Kampf den Keimen" hören Sie am Sonntag (26.08.) um 16:30 Uhr in der Sendung "Wissenschaft im Brennpunkt" im Deutschlandfunk.



Mehr bei DRadio Wissen:

Kampf den Keimen - Auf dem Weg ins postantibiotische Zeitalter
Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 15.000 Menschen, nachdem sie sich an einem Ort infiziert haben, den sie für den sichersten der Welt hielten - in der Klinik. Kranke Menschen und Neugeborene sind besonders gefährdet.
(Natur vom 20.08.2012)

Antibiotika - Fluch und Segen eines Medikaments
Heute sind Antibiotika die weltweit am häufigsten verschriebenen Medikamente. Die Forschung brachte in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker spezialisierte Antibiotika hervor.
(Agenda vom 22.11.2011)

 

Mehr zum Thema:

Radiolexikon Antibiotika
(DLF Sprechstunde vom 25.03.2008)

Erweiterte Natur
Neue Antibiotika mit zusätzlichen Aminosäuren sollen resistente Krankheitserreger verhindern.
(DLF Forschung aktuell vom 23.04.2012)

Antibiotika aus der Steinzeithöhle
Höhlenmalereien enthalten mögliche Wirkstoffe gegen Keime.
(DLF Forschung aktuell vom 15.02.2012)

Gute Keime, schlechte Keime
Forscher warnen vor gefährlichen Nebenwirkungen bei zu häufigem Einsatz von Antibiotikakuren.
(DLF Forschung aktuell vom 29.08.2011)

Deutsche Gesellschaft für Hygiene und Mikrobiologie

Deutsche Gesellschaft für Infektiologie

Robert Koch-Institut

Nationales Referenzzentrum für gramnegative Krankenhauserreger

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