Kampf den Keimen Resistenzen in Stall und Umwelt
Arndt Reuning über Resistenzen in der Landwirtschaft
Antibiotika kommen vor allem in der Tiermast zum Einsatz. In Schweine-, Rinder- und Geflügelställen sind darum bedeutende Brutstätten für resistente Bakterien entstanden.
Seit Mitte der 1960er Jahre entwickeln immer mehr Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika. Vor allem auf den Intensivstationen der Krankenhäuser bildeten Keime in Windeseile Resistenzen aus - weil dort der Selektionsdruck am größten war.
Antibiotika in der Massentierhaltung
Ungefähr die Hälfte aller Antibiotika in Europa werden allerdings in der Tiermast verwendet. So sind mittlerweile auch außerhalb der Kliniken bedeutende Brutstätten für resistente Bakterien entstanden - in Schweine-, Rinder- und Geflügelställen. Von dort können die Erreger leicht in die Umwelt gelangen, über die Gülle oder das Fleisch der Schlachttiere zum Beispiel.
Antibiotika als Leistungsförderer
Masttiere erhalten häufig ungewöhnlich hohe Mengen an Antibiotika. Das liegt auch daran, dass nicht einzelne Tiere behandelt werden, sondern gleich die gesamten Bestände - bei Geflügel zum Beispiel. Auch die Haltungsbedingungen machen hohe Antibiotikadosen notwendig: Masttiere können sich auf engem Raum schnell verletzen, Krankheitserreger sich schnell verbreiten. Zudem werden Antibiotika auch als Leistungsförderer eingesetzt. Die Wirkstoffe können die Vorgänge bei der Verdauung beeinflussen und dafür sorgen, dass die Tiere ihr Futter besser verwerten können.
Ein ausführliches Feature zu "Kampf den Keimen" hören Sie am Sonntag (26.08.) um 16:30 Uhr in der Sendung "Wissenschaft im Brennpunkt" im Deutschlandfunk.