Karibik Datenstau auf Kuba
Korrespondent Martin Polansky über ein neues, aber folgenloses Glasfaserkabel auf Kuba
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- Kuba on-line (Ed Yourdon | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Trotz neuem Kabel: Internetsurfen ist auf der Insel so langsam wie bisher.
Im Februar 2011 wurde es feierlich eingeweiht: das Glasfaserkabel, das von Venezuela aus unter dem Meer nach Kuba verlegt wurde. Es sollte die Insel aus dem digitalen Abseits holen und die Internet-Kapazität etwa 3000fach erweitern. Einheimische beklagen aber, dass sich seitdem nichts verändert habe, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Das Herunterladen eines kurzen Videos von der Internet-Plattform Youtube würde auf Kuba beispielsweise bis zu zwei Tage dauern.
Das Schweigen offizieller Stellen nährt die Gerüchteküche
Nach offiziellen kubanischen Statistiken aus dem Jahr 2011 nutzen 16 Prozent der Bevölkerung das Internet, ganz vorwiegend am Arbeitsplatz oder an der Schule. Direkten Zugang haben nur 2,9 Prozent.
Das feierlich eingeweihte neue Kabel schürte Hoffnungen, dass das Surfen künftig einfacher, schneller und günstiger werden würde als mit der bisherigen Verbindung über Satellit. Warum dem nicht so ist, dazu schweigen die offiziellen Stellen, was wiederum die Gerüchteküche anheizt.
Korruption, kubanischer Frühling
Aus Diplomatenkreisen in Havanna verlauteten Korruptionsvorwürfe. Wieder andere Stimmen vermuten, dass es mit dem Internet deswegen so langsam voran geht, weil die Regierung fürchtet, dass schnellere Internetverbindungen einen "kubanischen Frühling" fördern könnten.
Das Gespräch ist eine Wiederholung vom 6. Juni 2012.