Katholische Kirche Starke Marke, schlechte Kundenbindung
Ein Gespräch mit dem Ex-Unternehmensberater Thomas von Mitschke-Collande
Sie ist ein globales Unternehmen, aber beim Marketing, bei der Kundenakquise und im Management hapert es.
Schon früher hat der bekennende Katholik Thomas von Mitschke-Collande die Bistümer finanzwirtschaftlich durchleuchtet, auch mit dem Image der Kirche hat er sich befasst. Nun hat er - aus Beratersicht konsequent - ein Buch geschrieben: "Schafft sich die katholische Kirche ab?" Schon der Duktus dürfte manchem Hirten und Schäfchen gewöhnungsbedürftig erscheinen.
Probleme mit dem Selbstverständnis
Doch Wandel scheint nötig, schließlich wird das Zweite Vatikanische Konzil bereits 50 Jahre alt, mit der Umsetzung von liberalen Reformen hapert es bekanntlich. Es müsse sich einiges im Selbstverständnis ändern, sagt von Mitschke-Collande: "Nicht der Mensch ist für die Kirche da, sondern die Kirche ist für den Menschen da."
Forderungen wie an jedes moderne Unternehmen heutzutage
Von Mitschke-Collande analysiert die Institution wie ein internationales Unternehmen und hat ein paar effektive Verbesserungsvorschläge: Die Kundenakquise muss besser werden, das Marketing medienrelevanter. Spätere Führungskräfte müssen stärker nach ihrer Begeisterungsfähigkeit, nicht nach Linientreue und theologischer Kompetenz ausgesucht werden. Außerdem hat sich der Berater Gedanken gemacht um die Filialstruktur, die Kundenbindung und die Unternehmenskultur.