Kehraus Wenn die Luft erstmal raus ist
Am Tag danach - was bleibt, wenn die große Party vorbei ist
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- Besser gehts nicht: Gold für die deutschen Hockey-Spieler. Danach geht es wieder nach Haus. (dpa | picture alliance | Jochen Lübke)
Die letzten Souvenirs sind verramscht, die Hotels haben wieder Zimmer frei, die Sportler, Schiedsrichter, Funktionäre und Angehörigen sind abgereist oder drängeln sich am Flughafen. Die Olympischen Sommerspiele 2012 sind beendet. Für die Londoner kehrt der Alltag zurück.
Auch für die Sportler geht der vierjährige Zyklus nun wieder von vorne los. Zwar gibt es dazwischen auch wieder Welt- und Europameisterschaften, doch für die meisten Disziplinen interessieren sich Medien und Öffentlichkeit nur bei den Olympischen Spielen.
Viele Sportler fahren nun in den Urlaub und entscheiden erst danach, ob es weiter geht, ob sie die Olympischen Strapazen noch einmal auch sich nehmen wollen. Andere, gerade in der Leichtathletik, nehmen ihren Erfolg bei den Olympischen Spielen mit und freuen sich über großzügige Startgelder bei den Leichtathletik-Meetings der verbleibenden Saison.
Der Tag danach - das Phänomen gibt es nicht nur im Sport
In der Clubszene hat sich eine ganze Kultur der Afterhour entwickelt. Zu müde zum weitertanzen - zu wach, um ins Bett zu gehen. Auch dafür gibt es das passende Ambiente mit der passenden Musik. Während anderswo die Putzkolonne die Reste der Partypeople beseitigt.
Die Entspannung am Tag danach ist nicht immer gesund - die Medizin beschreibt es als Leisure-Sickness-Syndrom. Fraglich ist, ob es sich dabei um ein einheitliches Krankheitsbild handelt.
Nichts geht mehr. Der bulgarische Volleyballspieler Viktor Yosifov liegt nach einem Match am Boden. (dpa | picture alliance | Rolf Vennenbernd)
Die Medaille überwiegt alles
Florettfechter Peter Joppich freut sich nach diesen Spielen auf die nächste Saison
Peter Joppich in einer Pause beim Match um die Bronze-Medaille. (dpa | picture alliance | Marius Becker)Florettfechter Peter Joppich hat in London endlich eine Medaille gewonnen - Bronze mit der Mannschaft. Zehn Jahre hat er darauf gewartet, die Medaille ist ein enormer Motivationsschub für die kommende Saison, auch wenn die erst im Januar beginnt. Am Sonntag haben wir ihn auf gepackten Koffern im Hotelzimmer in London erreicht.
London nach den Spielen
Gespräch mit Deutschlandradio-Korrespondent Jochen Spengler
Die Olympischen Ringe vor der Tower Bridge an der Thames in London. (picture alliance / dpa/Kerim Okten)Die Londoner sollten nach Möglichkeit zu Hause bleiben, denn auf den Straßen drohte das Olympische Chaos. Es gab Murren über die Olympic Lanes, neben denen Busse, Taxis und alle anderen Autofahrer im Stau standen. Trotzdem sind die Londoner stolz auf die weitgehend perfekte Organisation. Und auch etwas traurig, dass alles vorbei ist.
Endlich Zeit zum Krankwerden
Psychologe Louis Lewitan glaubt nicht, dass es sich beim Leisure-Sickness-Syndrom um ein Krankheitsbild handelt
Leisure-Sickness: Wenn die Krankheit keinen Urlaub kennt. (Stock.XCHNG / J Cash)Jeder hat das schon erlebt: Am Ende einer besonders anstrengenden, nervenaufreibenden Phase im Job oder in der Ausbildung sehnt man sich nach Urlaub. Und dann, am ersten freien Tag, kratzt der Hals oder man kriegt eine Migräne-Attacke. Manchen Menschen passiert das regelmäßig: Sie werden immer dann krank, wenn der Stress von ihnen abfällt und sie eigentlich ihre Freizeit genießen wollen.
"Hip-Hopper sind die Schlimmsten"
Magdalena Bienert hat Kalle Fürstenau bei seiner morgendlichen Putzschicht begleitet
Ganz klarer Fall, dies ist die Toilette eines Hip-Hop-Clubs. (J.G. Park | flickr.com | CC BY-NC 2.0)Wenn fertig getanzt ist, kommt Karl-Heinz Fürstenau zum Saubermachen. Der Putzmann rät zu Kukident bei Urinstein und warnt: Finger weg von Rohrfrei. Der 72-Jährige entfernt Kaugummis vom Boden, findet kleine Tütchen mit Haschisch-Resten und eingeschmuggelte leere Wodkaflaschen. Aber auch Portemonnaies, leer geräumt hinter Eckpfeilern.
Die Party geht nie zu Ende
Journalist Tobias Rapp erklärt, warum manche Partygänger nicht nach Hause wollen
Afterhour: Der Lack ist zwar schon etwas abgeblättert, aber die Party geht trotzdem weiter. (jcarlosn | flickr | CC BY-NC-SA 2.0)Besucher einer Afterhour wollen das Ende einer Nacht so lange hinauszögern, bis sie entweder ausgenüchtert sind oder einfach nicht mehr können. Diesem Ansinnen zuträglich ist der Techno, welcher seinerseits keinen Anfang und kein Ende kennt. Am Laufen halten die Endlos-Partys oft auch Drogen. Heute werden Afterhours allerdings auch kurz nach dem Aufstehen besucht.