Kernenergie Ich bin meine Oma
Vorträge der Nobelpreisträger Werner Heisenberg und Georg von Hevesy
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- Interessante Frage: Wie viel Mutter, Oma, Uroma steckt in uns - also auf atomarer Basis gesehen. (The Bees | flickr | cc by-nc 2.0)
Wie viele Atome in unserem Körper stammen von unseren Vorfahren? Und welche nehmen wir mit der Nahrung auf? Dieser Frage geht der ungarische Chemiker Georg von Hevesy in seinem Vortrag "Der Weg der Atome durch die Generationen" nach. Davor: "Pläne für eine deutsche Reaktorstation", ein Vortrag von Werner Heisenberg aus dem Jahr 1955.
Radioaktives Abwasser? Einfach auffangen. Verseuchte Luft? 20 Kilometer vom Reaktor entfernt kein Problem mehr. Atomarer Restmüll - verpacken und weit vor der Küste im Meer versenken.So einfach stellte sich das Endlager-Problem 1955 für den deutschen Physiker und Nobelpreisträger Werner Heisenberg dar, den Entdecker der Unschärferelation.
Die Anfänge des Atomzeitalters
Garching, 01.09.1957: Das Atom-Ei erhält seinen atomaren Kern - angeliefert aus den USA. (dpa | Klaus-Dieter Heirler)Werner Heisenbergs Vortrag ist ein Plädoyer für den Bau eines Versuchs-Kernkraftwerks auf deutschem Boden. Deutschland sei wegen des Krieges fast zehn Jahre hinterher, wenn es um Technik und Forschung im Bereich der Atomkraft gehe. Dass die Welt die Kernenergie dringend brauche, stand für Heisenberg außer Frage. Heisenberg hielt seinen Vortrag am 13. Juli 1955 beim 5. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee. Damals gab es in Deutschland noch keinen Atomreaktor. Zwei Jahre später, am 31. Oktober 1957, wurde an der Technischen Universität München der erste Forschungsreaktor, das "Atom-Ei", in Betrieb genommen. Im Jahr 1961 dann speiste das Versuchsatomkraftwerk Kahl am Main zum ersten Mal Strom ins Netz ein
Atome - Bausteine des Lebens
Ich bin meine Großmutter. Zumindest zum Teil. Denn viele der Atome, aus denen unser Körper besteht, stammen von unseren Vorfahren. Andere nehmen wir mit der Nahrung auf. Der ungarische Chemiker Georg von Hevesy gilt als Begründer der Radiochemie. 1943 erhielt er den Nobelpreis: Hevesy hatte entdeckt, wie man Isotope als Marker verwenden kann, um so chemische Prozesse beobachten zu können.
(Logo: Meeting of Nobel Laureates Lindau)
Auch in seinem Vortrag "Der Weg der Atome durch Generationen" spielt dieses Verfahren eine wichtige Rolle. Hevesy geht es um die Frage, aus welchen Atomen unser Körper besteht: Wie viele Atome haben wir im Körper, die wir von unserer Mutter, Großmutter oder Urgroßmutter weitergegeben bekommen haben? Wie viele der Atome, aus denen unser Körper besteht, haben wir über die Nahrung aufgenommen? Hevesy hat seinen Vortrag am 13. Juli 1955 gehalten, beim 5. Treffen der Nobelpreisträger in Lindau am Bodensee.
Immer donnerstags sendet DRadio Wissen Vortäge aus den 1950er Jahren von den Lindauer Nobelpreisträgertreffen.
Weitere Vorträge:
Max von Laue "Von Kopernikus zu Einstein" vom 25.06.1956
(Hörsaal)
Werner Heisenberg "Probleme in der Theorie der Elementarteilchen" vom 25.06.1956
(Hörsaal am 03.05.2012)
Max von Laue "Röntgenwellenfelder in Kristallen" vom 30.06.1959
(Hörsaal am 10.05.2012)