Kinderbetreuung Aupair 50plus
Beiträge von Tilmann Kleinjung und Christian Schütte
Zwei Seniorinnen haben sich als Kindermädchen in ausländische Familien vermitteln lassen - mit unterschiedlichen Erfahrungen.
Aupair-Mädchen haben die Schule gerade hinter sich, Studium oder Ausbildung vor sich. Unverheiratet, keine Kinder, wenig Verpflichtungen - genau die richtige Zeit, um anderswo Land und Leute kennenzulernen.
Anders Anneli Wegner und Helga Kügler: Bei ihnen liegt die Schule Jahrzehnte zurück. Sie sind längst Mütter, die Kinder sind schon aus dem Haus. Auch das sei eine gute Zeit, um anderswo Land und Leute kennenzulernen, dachten sie. Und so haben sie sich irgendwann in den Kopf gesetzt, Aupair-Mädchen zu werden. Oder eher: Aupair-Oma?
Aupair-Oma
Beide begannen einen neuen Lebensabschnitt nach dem Aupair-Prinzip: Sich von einer Gastfamilie aufnehmen lassen, im Haushalt und bei der Kinderbetreuung mithelfen und dafür Unterkunft, Verpflegung und ein bisschen Taschengeld bekommen.
Anneli Wegner hat es zu den Ferraris nach Rom verschlagen: Die in Deutschland lebende Finnin ist 59 Jahre alt, hat selbst drei erwachsene Kinder und wollte nicht nur ihr Italienisch verbessern, sondern auch mal Rom kennen lernen. Eine hervorragende Kombination, wie sie findet - als so genannte Granny Aupair in einer italienische Familie...
Helga Kügler hat nach drei Monaten Australien abgebrochen: Probleme mit der Gastfamilie. Und im Nachhinein betrachtet, hätte sie sich verbindliche Absprachen zwischen Gastfamilie und Vermittlungsagentur gewünscht, zum Beispiel was Arbeitszeiten betriftt. Empfehlen kann die 57-jährige Krankenschwester aus Sonthofen das Dasein als Oma-Aupair nur bedingt. Jetzt reist sie durch Neuseeland - als Urlauberin.
Weitere Informationen:
Die Seite Granny Aupair hilft bei der Vermittlung von älteren Frauen in Gastfamilien
Wann, wenn nicht jetzt
Hamburg, Rom, Delhi - drei deutsche Frauen jenseits der 50 erleben das Au-Pair Dasein
(Sueddeutsche.de vom 23.02.2011)