Kino Verrat am Film
Ein Gespräch mit dem Filmwissenschaftler Vinzenz Hediger
-
- Wenn der Trailer schon den Filmplot verrät, ärgern sich manche Zuschauer. (cellulart | Flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Manche Filmvorschauen verraten schon das Ende der Geschichte. Doch das will man eigentlich erst im Kino sehen.
Spoiling bedeutet, dass am Anfang eines Krimis bereits verraten wird, wer der Mörder ist. Genau das machen viele Filmvorschauen und Trailer. Ein Beispiel: der Trailer zu Braveheart.
Hat man diese Vorschau gesehen, brauche man eigentlich den 177 Minuten langen Film nicht mehr zu sehen – behaupten einige Kinogänger. Vinzenz Hediger, Filmwissenschaftler an der Ruhr-Universität-Bochum, sieht das anders. Er sagt, solche Trailer seien kein Verrat am Film sondern eine Entscheidungshilfe für die Kinogänger.
Der Trailer als Marketinginstrument
Story Trailer seien das Ergebnis einer ausgeklügelten Strategie und sie zeugen von einem intelligenten Verständnis der Probleme, die sich bei der Vermarktung von Filmen stellen, meint Vinzenz Hediger.
Vom einmaligen Kinoerlebnis zur DVD-Sammlung
Einer der ersten Kinofilme, bei dem ein Story Trailer zum Einsatz kam, war der Film "Die drei Tage des Condor" mit Robert Redford. Damals hätten sich allmählich die Sehgewohnheiten geändert, beschreibt Hediger den Prozess. Die Menschen hätten begonnen Filme mehrfach zu sehen. Die Filmindustrie wollte darum einen detaillierten Eindruck des Films schon im Vorfeld vermitteln.