Donnerstag, 20. Juni 2013

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Körpermaẞe Riesen-Problem  

Wie wir leben, wenn wir groß sind

"Big naked man" von Ron Mueck: Die Figur eines nackten Riesen, davor steht eine weibliche kleine Betrachterin.
Wir haben ein Riesenproblem, auch wenn dieses vorerst die Vision des Künstlers Ron Mueck bleibt. (George Brett | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)

Der Urmensch war deutlich kleiner als der moderne Mensch. Das hängt mit dem zunehmenden Wohlstand zusammen. Nimmt er zu, nimmt auch der Mensch zu - an Körpergröße, -breite und -gewicht. Irgendwann ist das Ende der Messlatte erreicht: Dann spielen der Körper und die Evolution nicht mehr mit.

Die Industrie muss sich darauf einstellen, und zum Beispiel größere Sitze für Flugzeuge und Autos bauen. Irgendwann erreicht der menschliche Körper seine Grenzen: Bei einem theoretischen Vier-Meter-Mann würden die Gelenke nicht mehr mitspielen.

Die Grenzen des Körperwachstums

Wie ein sehr großer Mensch im Alltag zurechtkommt, erzählt Rolf Mayr - mit 2,22 Metern Körpergröße ist er einer der größten Deutschen. Mit der Anthropometrie, der Lehre von den Maßen des menschlichen Körpers, beschäftigt sich Arbeitswissenschaftler Jens Mühlstedt. Er erklärt, wie Autobauer verhindern, dass es hinter dem Steuer eng wird. Und die DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller erklärt, wie groß und breit die Deutschen mittlerweile geworden sind.

 

Am Ende des Maßbandes 
Alexandra Seidl von der Firma Human Solutions, erklärt, wie sich 13.000 Menschen vermessen lassen.

Ein Maßband vor einem schwarzen Hintergrund.Für die Bestimmung der Konfektionsgrößen werden Menschen neu vermessen. (D. Sharon Pruitt|flickr|CC BY 2.0)Größe 36, 38, 40 oder 42 - manchmal passt ein Kleidungsstück, manchmal nicht. Die Daten für die Konfektionsgrößen stammten bis vor einiger Zeit noch aus den 60er Jahren. In Sachen Körpergröße hat sich seitdem viel getan. Um die deutschen Konfektionsgrößen neu zu bestimmen, wurden 13.000 Menschen in Deutschland vermessen - mithilfe eines Bodyscanners.

Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 25.08.2011

 

Deutschland, von oben betrachtet 
Ein Interview mit Rolf Mayr, einem der größten Deutschen.

Rolf MayrRolf Mayr (Rolf Mayr)Rolf Mayr ist überragend und zwar wortwörtlich. Ein normaler Zollstock reicht nicht aus, um ihn zu messen: 2,22 Meter, damit zählt Mayr zu den größten Männern Deutschlands.  Eigentlich, so sagt der Versicherungskaufmann, führe er ein ganz normales Leben. Er wird nur häufiger von Leuten angeschaut als andere. Im Gespräch mit Till Opitz erzählt Mayr, wie er den Alltag meistert.

 

So groß und schwer sind die Deutschen 
Die DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller auf der Suche nach belastbaren Zahlen zur Form des Durchschnittsbürgers.

Eine riesige aufblasbare Figur, die die Arme auseinanderstreckt.Sooo groß werden die Menschen, wenn sie ausgewachsen sind. (laurabot | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Fernsehen macht dick - pro Stunde wächst der Bauchumfang um 0,047 Zentimeter. Das haben Forscher aus Kanada in einer aktuellen Studie herausgefunden. Auch bei den Deutschen geht die Tendenz nach oben, was Körpergröße und Gewicht betrifft. Wie sehr, erklärt DRadio-Wissen-Statistikerin Katharina Schüller. Im vergangenen Jahrzehnt ist der Durchschnittsbürger etwa einen Zentimeter größer und zwei Kilo schwerer geworden.

 

Klein in der Urzeit, groß in der Zukunft - Agenda, 14 Uhr
Wissenschaftsjournalist Jörg Zittlau erklärt, wie sich die Körpergröße des Menschen entwickelt hat und entwickeln wird.

Vier Männer stehen hintereinander und werden immer größer. Der hintere hockt, der vordere steht.Der Mensch wird immer größer - so will es die Evolution. (Mariana Gonzalez | Flickr | cc-by-nc-sa-2.0)Die Vorläufermodelle des heutigen Menschen waren deutlich kleiner; manche von ihnen hatten eine Körpergröße von rund einem Meter. Der durchschnittliche Bürger in Deutschland ist heute etwa 1,72 Meter groß und wiegt 75,6 Kilogramm - Tendenz steigend. Das bedeute nicht, dass wir immer größer und schwerer würden, sagt Jörg Zittlau. Irgendwann sind die Grenzen des Körperwachstums erreicht.

 

Hinters Steuer gequetscht
Wie sich die Autoindustrie auf große Menschen einstellt, erklärt der Arbeitswissenschaftler Jens Mühlstedt.

Ein Mann sitzt mit Helm in einem winzigen Rennauto.Wenig Auto, viel Mann - das geht, passt aber nicht immer. (rachel_bernadette | Flickr | cc-by-2.0)Sportwagen sind ein Statussymbol - viele PS, ein sportliches Chassis, schnell. Aber Sportwagenfahrer haben auch ein Problem: Oft ist wenig Platz hinter dem Steuer - und das, obwohl Menschen immer größer werden. Wie reagiert die Autoindustrie? Und wie entscheidet sie, wie viel Platz im Innenraum eines Autos ist? Das klären wir mit Jens Mühlstedt. Er ist Mitarbeiter an der der Professur für Arbeitswissenschaft der TU Chemnitz.

 



Mehr bei DRadio Wissen:

Selbstvermessung - Der Mensch in Daten
Größe, Gewicht, Lungenvolumen, Herzfunktion, Intelligenz. All das lässt sich messen - der wissenschaftliche Begriff dazu heißt "Anthropometrie".
(Agenda vom 25.08.2011)

Ernährung - Wie die Welt ihr Fett wegkriegt
Der Streit um die richtige Ernährung tobt rund um den Globus - mit unterschiedlichen Ergebnissen.
(Agenda vom 04.08.2011)

Karriere - Überkörpergröße und beruflichen Erfolg
Entscheidet das Maßband über den Gehaltsscheck?
(Meine Zukunft vom 30.12.2010)

Männer - Lebenselixier Körpergröße
Die Niederländer sind die größten unter den Europäer. Leben sie darum auch länger?
(Natur vom 31.05.2010)

Thementag - (K)eine Frage der Größe
Von kleinen Männern und großen Herausforderungen.
(Spielraum vom 28.05.2010)

 

Mehr zum Thema:

Große Männer verdienen mehr
(Sueddeutsche.de vom 23.04.2004)

Große und Dicke bringen Wirtschaft in Bedrängnis
(Welt Online vom 17.07.2008)

Die Kleine Anfrage: Haben große Menschen mehr Körperzellen als kleine?
(WDR5 vom 06.10.2011)

Diskussionsforen für lange Menschen:

grosseleute.de

langes-forum.de

 

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