Montag, 20. Mai 2013

Medien /

Kolumbien Die Farc und die Pressefreiheit  

Florian Meyer-Hawranek über die Guerillagruppe Farc und ihren Einfluss auf die Pressefreiheit.

Auf einen verlassenen Jeep in den Bergen von Cauca, Kolumbien, ist das Wort "Farc" gesprüht worden.
Entführungen durch die Farc sind nicht selten (picture alliance | dpa | Joana Toro)

Journalist - für viele ein Traumberuf. Doch in Kolumbien leben Journalisten mitunter gefährlich. Unter anderem dann, wenn sie über die Machenschaften der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, der Farc, berichten wollen.

Vor zwei Wochen wurde der französische Journalist Roméo Langlois in Kolumbien entführt und verschleppt. Er hatte das kolumbianische Militär bei einem Einsatz gegen die Drogenküchen der Guerilla gefilmt. Jetzt will die Farc Langlois als Druckmittel einsetzen. Sie fordern eine landesweite Diskussion über die Rolle der Medien in dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen Regierung und Guerilla.

Inmitten von Gewalt

Aber nicht nur von der Guerilla droht kritischen Journalisten Gefahr. Wer über Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien berichtet, gerät schnell ins Fadenkreuz der Paramilitärs. Die Aguilas Negras - die schwarzen Adler - sind als brutale paramilitärische Gruppe bekannt für Drohungen und Verschwindenlassen von Bürgern, Bauern, Gewerkschaftern oder auch Journalisten. Eine freie Berichterstattung wie man sie in westlichen Demokratien kennt, ist aber nicht nur wegen der gewalttätigen Gruppierungen nicht möglich, sondern auch weil der Staat mit repressiven Mitteln gegen kritische Journalisten vorgeht.

Wegen der ständigen Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten, ist es für Journalisten besonders schwierig, frei und unabhängig zu informieren. Die Folge: Aus Angst zensieren sich viele selbst.



Mehr bei DRadio Wissen

Kolumbien: Contravía - Gegen den Strom
Feature vom 28.01.2012)

Kolumbien - Wut auf die Farc
Die Farc hat vier Geiseln getötet, als ein militärisches Befreiungskommando versuchte, sie zu befreien.
(Globus vom 29.11.2011)

Kriminalität: Kolumbien in der Gewalt krimineller Banden
Seit Jahrzehnten herrscht in Kolumbien der Ausnahmezustand. Organisierte Verbrecher lassen die Gewalt im Land eskalieren. Bericht von Julio Segador
(Globus vom 15.04.2011)

Weitere Informationen:

Colombia's Farc 'will release Romeo Langlois to ICRC'
(bbc.co.uk vom 13.05.2012)

Für Langlois sieht es düster aus
(tagesanzeiger.ch vom 10.05.2012)

Kolumbien: FARC bestätigen Entführung von Roméo Langlois
(latina-press.com vom 06.05.2012)

Alle fünf Tage ein toter Journalist / Liste der Feinde der Pressefreiheit
(reporter-ohne-grenzen.de vom 03.05.2012)

"In Kolum­bien wird viel von Pres­se­frei­heit geredet"
(womblog.de vom 10.09.2011)

Continúan las presiones contra la prensa
(rfs-es.org vom 23.02.2010)



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