Kolumbien Die Farc und die Pressefreiheit
Florian Meyer-Hawranek über die Guerillagruppe Farc und ihren Einfluss auf die Pressefreiheit.
Journalist - für viele ein Traumberuf. Doch in Kolumbien leben Journalisten mitunter gefährlich. Unter anderem dann, wenn sie über die Machenschaften der Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, der Farc, berichten wollen.
Vor zwei Wochen wurde der französische Journalist Roméo Langlois in Kolumbien entführt und verschleppt. Er hatte das kolumbianische Militär bei einem Einsatz gegen die Drogenküchen der Guerilla gefilmt. Jetzt will die Farc Langlois als Druckmittel einsetzen. Sie fordern eine landesweite Diskussion über die Rolle der Medien in dem seit Jahrzehnten andauernden Konflikt zwischen Regierung und Guerilla.
Inmitten von Gewalt
Aber nicht nur von der Guerilla droht kritischen Journalisten Gefahr. Wer über Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien berichtet, gerät schnell ins Fadenkreuz der Paramilitärs. Die Aguilas Negras - die schwarzen Adler - sind als brutale paramilitärische Gruppe bekannt für Drohungen und Verschwindenlassen von Bürgern, Bauern, Gewerkschaftern oder auch Journalisten. Eine freie Berichterstattung wie man sie in westlichen Demokratien kennt, ist aber nicht nur wegen der gewalttätigen Gruppierungen nicht möglich, sondern auch weil der Staat mit repressiven Mitteln gegen kritische Journalisten vorgeht.
Wegen der ständigen Gefahr, zwischen die Fronten zu geraten, ist es für Journalisten besonders schwierig, frei und unabhängig zu informieren. Die Folge: Aus Angst zensieren sich viele selbst.