Kolumbien Labor gegen das Verschwinden
Florian Meyer-Hawranek hat die Forensiker bei ihrer Arbeit begleitet
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- Forensiker in Kolumbien versuchen anhand von Knochen und Schädeln Tote zu identifizieren. (aesedepece | flickr | cc by 2.0)
Ein Gebiss und ein paar Knochen - Kolumbianische Forensiker versuchen, seit Jahren verscharrte Tote zu identifizieren.
Mit einer Knochenlieferung beginnt die Arbeit für Rubiela Caballero und ihre Kollegen in der Küstenstadt Barranquilla. Die Forensikerin leitet eines von sieben Speziallabors in Kolumbien, in denen Tote auch noch nach Jahren unter der Erde identifiziert werden können. Keine einfache Arbeit, denn oft sind die menschlichen Überreste in keinem guten Zustand. "Das tropische Klima lässt selbst die Knochen schnell verrotten", erklärt Caballero. Nicht immer lässt sich verwendbare DNA aus den Knochen ziehen.
Große Verantwortung für die Forensiker
Rubiela Caballero bei der Arbeit. (Florian Meyer-Hawranek)Doch wenn es den Forschern gelingt, Erbinformationen aus den Knochen zu ziehen, sind sie einen guten Schritt weiter. Die Daten kommen in eine landesweite Datenbank und werden mit Proben verglichen, die vorher Angehörige von Verschwundenen abgegeben haben. Die Mitarbeiter sind sich ihrer Verantwortung bewusst: Das schlimmste ist, wenn Angehörige über Jahre nicht wissen, was mit ihren Vermissten passiert ist.
Alle Kriegsparteien sind schuldig
Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass in Kolumbien mehr als 50.000 Menschen vermisst werden - weit mehr als während der argentinischen Militärdiktatur. Wie viele davon getötet wurden, weiß niemand. Ob linksgerichtete Rebellen, rechtsgerichtete Paramilitärs oder die reguläre Armee - alle Parteien haben sich im kolumbianischen Bürgerkrieg schuldig gemacht. Die Aufarbeitung der Vergangenheit bringt heute Mörder dazu preiszugeben, wo sie damals ihre Opfer vergraben haben.