Mittwoch, 22. Mai 2013

Natur /

Kommunikation Durch Sprechen Persönlichkeit verändern  

Gespräch mit dem Sprachwissenschaftler und Kommunikationsexperten Hartwig Eckert

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gibt im Kanzleramt bekannt, dass die Verlängerung der Laufzeiten für die Atomkraftwerke ausgesetzt wird.
Bundeskanzlerin Angela Merkel muss berufsmäßig viel sprechen und Reden halten. (picture alliance / dpa)

Beim Sprechen zeigen wir unsere Persönlichkeit und lassen erkennen, ob wir zur Veränderung und Weiterentwicklung bereit sind.

Jeder Mensch benutzt bestimmte Sprachmuster. Damit zeigt er, durch welche Brille er die Wirklichkeit sieht. Gleichzeitig manipuliert er so auch seine Umgebung. Ein Sprachmuster ist zum Beispiel, wenn ein Erzähler mit seiner Stimme andere Personen nachahmt. Eine Frau erzählt von ihrem Arbeitstag und benutzt dann die direkte Rede, um ihren Chef zu zitieren, über den sie sich geärgert hat.

Der Tonfall, die Art und Weise, wie sie ihn nachahmt, zeigt, wie sie seinen Auftritt bewertet. Der Zuhörer weiß sofort, was sie meint. Und in der Regel widerspricht er nicht, denn er hat ja einen vermeintlich authentischen Eindruck vom Auftritt des Chefs.

Keine Weiterentwicklung möglich

Damit manipuliert die Sprecherin aber ihr Gegenüber. Würde sie lediglich erwähnen, dass ihr Chef ihr beispielsweise kurz vor Dienstschluss noch eine umfangreiche Aufgabe aufgebrummt hat, hätte der Zuhörer die Gelegenheit, sich in die Situation des Chefs hineinzuversetzen und die Weltsicht der Sprecherin in Frage zu stellen.

Wer in seiner Kommunikation dominante Sprachmuster nutzt, bringt sich selbst um die Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu entwickeln. Denn er suggeriert ständig: Ich habe Recht!



Mehr bei DRadio Wissen:

Phonetik: Stimme ist Macht
Was macht eine Stimme überzeugend? Wie verdient man mit seiner Stimme gutes Geld? Warum setzt die Polizei bei der Verbrechensaufklärung auf Phonetik? Was versteht ein Computer von unserer Sprache? Gespräche mit dem Stimmphysiologen Martin Landzettel und dem Sprecher Oliver Krietsch-Matzura sowie ein Bericht von Caro Ott.
(Agenda, 25.10.2011)

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Kommentare 1 - 1 von 1

  • 1. sehr schöner Beitrag

    vielen Dank für die vielen guten Beiträge,die ihr immer produziert.

    Luftikus 27.03.2013 12:02 Uhr

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