Mittwoch, 22. Mai 2013

Kultur /

Komposition Zukunftsmusik  

Kai Löffler über zeitgenössische Kunstmusik aus Bits und Bytes

Nahaufnahme des Computers Iamus.
Nahaufnahme des Computers Iamus. (wikipedia.org | Quipa CC BY-SA 3.0)

Ein Computer-Cluster in Málaga sorgt gleichzeitig für Skepsis und Faszination in der Welt der zeitgenössischen Musik: Das Programm Iamus komponiert Stücke, die von einigen schon mit der E-Musik großer Komponisten des 20. Jahrhunderts wie Bela Bartók oder György Ligeti verglichen werden. Kritiker dagegen finden: Hier hört man deutlich das Werk einer einfallslosen Maschine.

Er ist gerade mal zwei Jahre alt und kann doch schon anspruchsvolle Kunstmusik komponieren. Iamus wurde von einem Programmierer-Team an der Universität von Málaga entwickelt. Es kann in verschiedenen musikalischen Stilen komponieren und Stücke für jede denkbare Besetzung arrangieren. Dabei greift der Computer in seiner Programmierung auf Genome zurück, die man auch in Kompositionen aus menschlicher Hand findet, behaupten seine Erfinder.

Opus 1

Das erste Musikfragment, das Iamus komponiert hat - "Opus 1" aus dem Jahr 2010 -, wurde von seinen Entwicklern als das erste je von einem Computer geschriebene Stück zeitgenössischer Kunstmusik bezeichnet. Sein Werk "Hello World", das 2011 Premiere hatte, ist die erste komplette Komposition von Iamus.

Unbeeindruckt

"I don't think it's especially impressive", kündigt unter anderem Tom Service seine erste Kritik seitens der Feuilletons an. Er ist Musikkritiker des britischen Guardian. Im September veröffentlichen die Iamus-Erfinder die erste CD des E-Komponisten - ein Stück darauf wurde vom berühmten London Symphony Orchestra eingespielt.



Mehr bei DRadio Wissen:

Algorithmen: Computer macht Zeitung
Sarah Zerback über Algorithmen, mit denen Computer mit Aktien handeln und Autos lenken können.
(Medien vom 23.04.2012)

Musik: Komposition heute
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(Spielraum vom 01.09.2011)

Weitere Informationen:

Aufführung des Iamus Stücks

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