Konsum Kraft des Kaufens
Die erste Hälfte des Jahres haben wir allein für Steuern und Sozialabgaben gearbeitet - jetzt können wir unser Einkommen auf den Kopf hauen.
-
- Kaufen, kaufen, kaufen: Autos, Kleidung, Elektrogeräte ... (flickr.com | izatrini_com CC BY-SA 2.0)
Es ist die schönste aller Belohnungen: nach einem stressigen Tag einkaufen gehen. Egal ob Schuhe, ein Buch oder eine neue App. Konsum sorgt dafür, dass wir uns gut fühlen. Außerdem kurbelt er die Konjunktur an. Dabei steht den Deutschen immer weniger Geld zur Verfügung - zumindest verhältnismäßig. Denn wir arbeiten mehr als die Hälfte des Jahres allein für Steuern und Sozialabgaben, sagt der Bund der Steuerzahler.
Ab jetzt arbeiten wir wieder in die eigene Tasche. Doch wofür geben wir unser Geld eigentlich aus? Das Konsumverhalten der Deutschen ist eher langweilig. Deutsche Konsumenten kaufen gerne Autos und geben einen Großteil ihres Einkommens für Miete, Lebensmittel und Kleidung aus - gefolgt von der privaten Altersvorsorge, Elektrogeräten und einem Urlaub. Die Kraft des Kaufens - das Tagesthema bei DRadio Wissen.
Der Staat bekommt zuviel
Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, über das Verhältnis von brutto zu netto.
Zum Verzweifeln, wenn vom Einkommen kaum was übrig bleibt. (picture-alliance / dpa | Stefan Kiefer)Die Deutschen zahlen 52 Prozent ihres Einkommens an den Staat. Das bedeutet: Die Hälfte des Jahres haben wir allein für Steuern und Sozialabgaben gearbeitet und seit dem 8. Juli wirtschaften wir endlich in die eigene Tasche. Ein Problem ist dabei nach Angaben des Bundes der Steuerzahler die kalte Progression. Sie müsse abgebaut werden. Und noch eine schlechte Nachricht: In den vergangenen Jahren hat sich das Problem weiter verschärft.
Vom Kaufen zum Konsum
Die Verbraucherforscherin Lucia Reisch erklärt, wieso wir Überflüssiges kaufen.
Für den Kaufrausch gibt es Taschen in jedem Format. (picture-alliance/ dpa | Abaca Guerin 128091)Kaufen, was das Leben schöner macht. Das konnten die Menschen zum ersten Mal im England des 15. Jahrhunderts. Neue Drucktechnologien und der Baumwollhandel ließen Wünsche entstehen. Im 18. Jahrhundert waren es feine Gewürze und erlesene Stoffe, die sich der Adel leistete, um sein Prestige zu erhöhen. Immer mehr konsumieren, um immer besser, schöner, glücklicher zu sein.
Kaufsucht: Wenn Verkäufer zu besten Freunden werden
Die Psychologin Astrid Müller nennt uns die Gründe für Kaufsucht.
Kaufen, kaufen, kaufen ... (picture-alliance/ dpa | Abaca Cau-Guerin 124647)Bis zu 8 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden unter Kaufsucht, schätzen Experten. Dabei handelt es sich eher um jüngere Menschen, und Frauen sind gefährdeter als Männer. Doch das Klischee, mit dem etwa in der Werbung für einen Schuh-Versandhandel gespielt wird, ist für die Betroffenen eine riesige Belastung. Helfen kann da häufig nur eine professionelle Therapie.