Kryonik Eingefroren und auferweckt
Ein Gespräch mit dem Kryonik-Befürworter Klaus Sames
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- Kryonik ist der Traum vom ewigen Leben ohne Krankheit und Tod. (Adam Chapman | flickr.com | CC BY-NC 2.0 )
Tote einfrieren, sie nach Jahrhunderten wieder auftauen und zum Leben erwecken. Das ist die Vision der Kryonik.
Wenn der emeritierte Gerontologe Klaus Sames stirbt, dann hat er einen Wunsch: Sein Körper soll in einem Tank mit flüssigem Stickstoff bei minus 196 Grad Celsius eingefroren werden und Jahrhunderte überdauern, bis die Medizin so weit ist, ihn aufzutauen und wieder zum Leben zu erwecken. Klaus Sames ist einer der deutschen Visionäre auf dem Gebiet der Kryonik.
Wegweisende Forschungsergebnisse
Einige Ergebnisse aus der Kryobiologie machen Forschern wie Sames Mut: Bei Sauerstoffentzug und Kühlung auf bis zu zehn Grad Celsius überleben Tiere einen Herzstillstand bis zu sechs Stunden lang und lassen sich durch Wiederherstellung der Durchblutung und Wärme "wiederbeleben". Eine Rolle spielt dabei, dass sich mit sinkender Temperatur Stoffwechselvorgänge verlangsamen, auch der Tod vieler Zellarten. Verschiedene Organe von Tieren wurden schon gekühlt und erfolgreich transplantiert.
Immense Herausforderungen
Die Kryonik steht immer noch vor immensen Herausforderungen: Beim Einfrieren und Auftauen von Lebewesen kommt es zur Kristallbildung, die irreversible Schäden im Körper hervorruft. Das will man mit Kryoprotektiva, also "Frostschutzmitteln", verhindern, doch diese Substanzen werden mit steigender Temperatur toxisch. Neue Hoffnungen richten sich auf die Vitrifizierung: Hierbei verglast eine Flüssigkeit ohne Kristallbildung: Sie ist hart, aber hat noch die Struktur einer Flüssigkeit.
Konsequente medizinische Vision
Bei den meisten Forschern stößt die Kryobiologie auf Ablehnung. Todesverdrängung oder gar Frankenstein-Fantasien unterstellen die Gegner den Anhängern gerne. Die Kryonik denke aber einfach nur ein paar Schritte weiter, sagt Klaus Sames: Von jeher habe die Medizin daran gearbeitet, Krankheiten zu heilen, den Tod aufzuschieben - oder ganz abzuschaffen.
Der Beitrag ist eine Wiederholung vom 03.01.2012.