Dienstag, 21. Mai 2013

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Kulturgüter-Streit Nofretete bleibt  

Gespräch mit dem Juristen Kurt Siehr

Die Büste der Nofretete
Schön, geheimnisvoll: Die Nofretete. (AP)

Die Büste der ägyptischen Pharaosgattin Nofretete ist eines der bekanntesten Kunstschätze des Alten Ägypten. Doch sie steht im Ägyptischen Museum in Berlin. Warum Nofretete heute eine Berlinerin ist - unser Tagesthema bei DRadio Wissen.

 

Die Büste der Nofretete gehört zu den berühmtesten Ausstellungsobjekten der Berliner Museen. Wegen ihrer Schönheit umrankt sie ein ähnlicher Mythos wie Leonardo da Vincis "Mona Lisa". Das ebenmäßige Gesicht und die ausgewogene Form machen die Nofretete zur perfekten Schönheit. Ihre Herkunft datieren Wissenschaftler auf das 14. Jahrhundert vor Christus. Im alten Ägypten war Nofretete mit Pharao Echnaton verheiratet.

 

Entdeckt bei Grabungen im Jahr 1912

Henri James Simon, Förderer der Berliner Museen Henri James Simon in einer Aufnahme um 1895 (Wiki Commons/ gemeinfrei)

Entdeckt haben deutsche Forscher die Statue bei Grabungen im mittelägyptischen Amara 1912. Der Fund wurde, wie es damals rechtens war, zwischen Ägypten und Deutschland aufgeteilt und die Statue gelangte schließlich in den Besitz von James Simon - ein Mäzen der Berliner Museen, der die Grabung finanziert hatte und die Büste 1920 mit seinem Testament in deren Besitz übertrug.

 

Seit 2009 wieder am alten Ausstellungsort

Das restaurierte Neue Museum ist Ausstellungsort der Nofretete in Berlin. Neues Museum, Berlin. (Audringje/Flickr/CC BY-NC-SA 2.0) (Audringje/Flickr/CC BY-NC-SA 2.0)

Die Büste überstand den 2. Weltkrieg ohne Schaden zu nehmen und verblieb auch danach in Berlin - bis zum Mauerfall war sie in westdeutschem Besitz. Seit Oktober 2009 steht sie wieder an ihrem ursprünglichen Ausstellungsort im Neuen Museum in Berlin, in der Abteilung Ägyptisches Museum und Papyrussammlung. Hier sehen sie jedes Jahr hundertausende Besucher.

 

Rückforderungsgesuche Ägyptens

Profil der Nofretete. Die Schöne im Profil. (LuxTonnerre/Flickr/CC BY-NC 2.0)

Erstmals hatte Ägypten die Büste im Jahr 1946 zurückgefordert - dem Gesuch wurde jedoch nicht stattgegeben. Seitdem gab es mehrere Versuche, die Büste an Ägypten auszuleihen, doch alle scheiterten. Nun hat der Generalsekretär der ägyptischen Altertümerverwaltung, Zahi Hawass, erneut einen Brief an den Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geschrieben, in dem er die Rückgabe der Büste fordert.

 

DRadio Wissen berichtet:

Wer ist mit welchem Recht Eigentümer der Nofretete? Und warum versucht aber scheitert Ägypten immer wieder mit seinen Rückgabeforderungen? Einer, der sich mit solchen Fragen auskennt, ist Kurt Siehr, ehemaliger wissenschaftlicher Referent des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Privatrecht in Hamburg.


 

Mehr bei DRadio Wissen:

Vaterschaftstest der Pharaonen - Gentest an ägyptischen Mumien (Beitrag, 18.2.2010)

Mehr zum Thema:

Ägyptens dubiose Pläne (Welt Online, 24.1.2011)

Ägypten fordert Nofretete offiziell zurück (Spiegel Online, 24.1.2011)

Audioguide zur Nofretete-Büste (Staatliche Museen Berlin)


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