Kunst Ein Bild zerstört sich selbst
Charlotte Grieser hat Wissenschaftler besucht, die ein Gemälde von Vincent van Gogh zu retten versuchen
-
- Gefährdete Pracht: Van Goghs "Blumen in blauer Vase" - Ausschnitt (mberry | flickr.com | CC BY-NC-SA 2.0)
Ein Schutzfilm auf einem Van Gogh-Gemälde droht, dessen Farben zu zerstören - aufgrund eines bislang unbekannten Zersetzungsprozesses. Mit Hilfe eines Röntgenverfahrens kann das Bild vielleicht gerettet werden.
Anfang des 20. Jahrhunderst wurde Vincent van Goghs "Blumen in blauer Vase" mit einem Schutzfilm versehen, um es vor Farbveränderungen und Verschmutzung zu schützen. Leider passierte über die Jahrzehnte genau das Gegenteil: Die chemische Zusammensetzung der Farbe Cadmiumgelb und die Oxidation der Oberfläche bewirken gemeinsam mit der Schutzschicht eine Farbveränderung.
Restaurierung unmöglich
Eine Aufgabe für Restauratoren - könnte man meinen. Deren Künste aber versagen. Mit den bisher angewendeten Verfahrensweisen ist es nicht möglich, das Bild zu restaurieren, da beim Abtragen des Schutzfilms die Originalfarbe unwiederbringlich verloren gehen würde.
Hilfe durch Röntgenstrahlen
DRadio Wissen-Reporterin Charlotte Grieser lässt sich vom Deutschen Elektronen-Synchroton Desy in Hamburg erklären, wie Van Goghs Gemälde und andere Bilder möglicherweise doch gerettet werden könnten. Mit Hilfe einer Röntgenanalyse hat ein internationales Forscherteam den bislang unbekannten Zersetzungsprozess analysiert, der sich zwischen Farbe und Schutzfilm abspielt.