Languages of Emotion VII Das Prinzip Coolness
Die Literaturwissenschaftlerin Ulla Haselstein erklärt, woher das Cool-Sein kommt
Das Wort "cool" kann so ziemlich alles bezeichnen: das neueste Handy, eine lässige Reaktion, eine wilde Party. Cool ist eine positive Bezeichnung für eine Geisteshaltung, ein Objekt oder eine Handlung. Aber woher kommt das Konzept "Coolness"?
In Deutschland ist das Wort "cool" aus der Jugendsprache kommend 1980 mit der Aufnahme in den Rechtschreibduden zum allgemeinen Wortschatz geworden. Das Wort selbst verrät, dass es aus dem englischen Sprachraum stammt. Sein Siegeszug um die gesamte Welt hat in den USA begonnen.
Sklaven mussten "kühlen Kopf" bewahren
Die heutige Bedeutung des Begriffs führt die Literaturwissenschaftlerin Ulla Haselstein auf die Sklaverei in den USA zurück. Im Rahmen des Exzellenzclusters Languages of Emotion der Freien Universität Berlin erforscht sie die Geschichte der Coolness in den USA. In ihrem Vortrag "Coolness", den sie im Rahmen der Ringvorlesung 2011/2012 "Sprache, Kultur und Gesellschaft" am 24. Januar 2012 gehalten hat, stellt sie ihre Ergebnisse vor und verrät dabei unter anderen, dass schon die alten griechischen Philosophen Kühlheit als Tugend kannten.
Schwerpunkt Amerikanische Literatur
Ulla Haselstein studierte Anglistik, Germanistik, Philosophie und Geschichte in Konstanz und Bristol. Nach der Promotion 1988 in Konstanz habilitierte sie sich 1996 an der FU Berlin in Amerikanischer Literatur und Kultur. Nach Lehrstationen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der University of California, Irvine, hat sie seit 2004 einen Lehrstuhl für die Literatur Nordamerikas am John-F.-Kennedy-Institut der FU Berlin inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Amerikanische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Literarische Portraits und Holocaust-Literatur.
Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 15.08.2012.