Donnerstag, 23. Mai 2013

Hörsaal /

Languages of Emotion VII Das Prinzip Coolness  

Die Literaturwissenschaftlerin Ulla Haselstein erklärt, woher das Cool-Sein kommt

Kühl ist keine Temperatur, sondern eine Haltung. (Chrissie Salz | DRadio Wissen)

Das Wort "cool" kann so ziemlich alles bezeichnen: das neueste Handy, eine lässige Reaktion, eine wilde Party. Cool ist eine positive Bezeichnung für eine Geisteshaltung, ein Objekt oder eine Handlung. Aber woher kommt das Konzept "Coolness"?

In Deutschland ist das Wort "cool" aus der Jugendsprache kommend 1980 mit der Aufnahme in den Rechtschreibduden zum allgemeinen Wortschatz geworden. Das Wort selbst verrät, dass es aus dem englischen Sprachraum stammt. Sein Siegeszug um die gesamte Welt hat in den USA begonnen.

Sklaven mussten "kühlen Kopf" bewahren

Die heutige Bedeutung des Begriffs führt die Literaturwissenschaftlerin Ulla Haselstein auf die Sklaverei in den USA zurück. Im Rahmen des Exzellenzclusters Languages of Emotion der Freien Universität Berlin erforscht sie die Geschichte der Coolness in den USA. In ihrem Vortrag "Coolness", den sie im Rahmen der Ringvorlesung 2011/2012 "Sprache, Kultur und Gesellschaft" am 24. Januar 2012 gehalten hat, stellt sie ihre Ergebnisse vor und verrät dabei unter anderen, dass schon die alten griechischen Philosophen Kühlheit als Tugend kannten.

Schwerpunkt Amerikanische Literatur

Ulla Haselstein studierte Anglistik, Germanistik, Philosophie und Geschichte in Konstanz und Bristol. Nach der Promotion 1988 in Konstanz habilitierte sie sich 1996 an der FU Berlin in Amerikanischer Literatur und Kultur. Nach Lehrstationen an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der University of California, Irvine, hat sie seit 2004 einen Lehrstuhl für die Literatur Nordamerikas am John-F.-Kennedy-Institut der FU Berlin inne. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehören unter anderem Amerikanische Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts, Literarische Portraits und Holocaust-Literatur.

 Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 15.08.2012.



Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Languages of Emotion I
Die Lust am Ekelhaften
Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus über die Frage, warum uns Kunstwerke berühren.

Languages of Emotion II
Angst und Ärger: Dimensionen sozialer Ungerechtigkeit
Vortrag von Christian von Scheve

Languages of Emotion III
Der Sinn für Angemessenheit - normative Orientierung
Vortrag von Hilge Landweer

Languages of Emotion IV
Die Emotionalisierung der Religion
Vorträge von Regine Herbrik und Hubert Knoblauch

Languages of Emotion V
Mitgefühl bei Menschenaffen
Vortrag von Katja Liebal

Languages of Emotion VI
Die Macht der Musik
Vortrag von Stefan Koelsch

Languages of Emotion VIII
Die Kraft der Definition
Vortrag von Dominik Perler

Languages of Emotion IX
Weinen mit Tosca 
Clemens Risi spricht über die emotionale Wirkung von Opernaufführungen

 

Mehr zum Thema:

Was ist cool?
Ulla Haselstein auf jetzt.de vom 25.08.2011

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