Languages of Emotion VIII Die Kraft der Definition
Dominik Perler erklärt, warum wir philosophiehistorische Emotionsforschung brauchen
Am Anfang ist die Definition. Genau festzulegen, was erforscht werden soll, ist die Grundlage jeden Studiendesigns und der Interpretation von Ergebnissen. Der Blick in die Geschichte hilft, Definitionen möglichst präzise zu fassen und zu überprüfen.
Ist eine Emotion ein Zustand oder ein Prozess? Die Beantwortung solcher Fragen verändert sich mit der Zeit: Emotionen wurden früher anders definiert als heute. Heute existieren zahlreiche Arbeitsdefinitionen von "Emotion" nebeneinander.
Dominik Perler
Die Beschäftigung mit vergangenen Positionen kann bei der Überprüfung und bei der Weiterentwicklung aktueller Standpunkte helfen. Dessen ist sich Dominik Perler, Philosophie-Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, sicher. "Wozu philosophiehistorische Emotionsforschung? Methodologische Überlegungen", hieß der Vortrag, den er am 6. Dezember 2011 im Rahmen der Ringvorlesung 2011/2012 Sprache, Kultur und Gesellschaft des Exzellenclusters Languages of Emotion der Freien Universität Berlin gehalten hat.
Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit
Dominik Perler studierte Philosophie und Russistik an den Universitäten Fribourg, Bern und Göttingen. 1991 folgte die Promotion zum propositionalen Wahrheitsbegriff im 14. Jahrhundert, 1996 dann die Habilitation über "Repräsentation bei Descartes". Forschung und Lehre führten ihn anschließend an die Universität Oxford, die Universität Basel, die University of California, Los Angeles und die Universität Tel Aviv. 2006 wurde ihm der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis verliehen.
Seine Forschung konzentriert sich auf die Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, vor allem auf Probleme der Philosophie des Geistes, der Erkenntnistheorie und der Ontologie. Seit 2003 ist Perler Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.
Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 16.08.2012.