Donnerstag, 20. Juni 2013

Hörsaal /

Languages of Emotion VIII Die Kraft der Definition  

Dominik Perler erklärt, warum wir philosophiehistorische Emotionsforschung brauchen

Wie definiert man Zorn mit Worten? (Chrissie Salz | DRadio Wissen)

Am Anfang ist die Definition. Genau festzulegen, was erforscht werden soll, ist die Grundlage jeden Studiendesigns und der Interpretation von Ergebnissen. Der Blick in die Geschichte hilft, Definitionen möglichst präzise zu fassen und zu überprüfen.

Ist eine Emotion ein Zustand oder ein Prozess? Die Beantwortung solcher Fragen verändert sich mit der Zeit: Emotionen wurden früher anders definiert als heute. Heute existieren zahlreiche Arbeitsdefinitionen von "Emotion" nebeneinander.

Dominik Perler

Die Beschäftigung mit vergangenen Positionen kann bei der Überprüfung und bei der Weiterentwicklung aktueller Standpunkte helfen. Dessen ist sich Dominik Perler, Philosophie-Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin, sicher. "Wozu philosophiehistorische Emotionsforschung? Methodologische Überlegungen", hieß der Vortrag, den er am 6. Dezember 2011 im Rahmen der Ringvorlesung 2011/2012 Sprache, Kultur und Gesellschaft des Exzellenclusters Languages of Emotion der Freien Universität Berlin gehalten hat.

Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit

Dominik Perler studierte Philosophie und Russistik an den Universitäten Fribourg, Bern und Göttingen. 1991 folgte die Promotion zum propositionalen Wahrheitsbegriff im 14. Jahrhundert, 1996 dann die Habilitation über "Repräsentation bei Descartes". Forschung und Lehre führten ihn anschließend an die Universität Oxford, die Universität Basel, die University of California, Los Angeles und die Universität Tel Aviv. 2006 wurde ihm der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis verliehen.

Seine Forschung konzentriert sich auf die Philosophie des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, vor allem auf Probleme der Philosophie des Geistes, der Erkenntnistheorie und der Ontologie. Seit 2003 ist Perler Professor für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin.

 Dieser Vortrag ist die Wiederholung einer Sendung vom 16.08.2012.



Weitere Vorträge in dieser Reihe:

Languages of Emotion I
Die Lust am Ekelhaften
Literaturwissenschaftler Winfried Menninghaus über die Frage, warum uns Kunstwerke berühren.

Languages of Emotion II
Angst und Ärger: Dimensionen sozialer Ungerechtigkeit
Vortrag von Christian von Scheve

Languages of Emotion III
Der Sinn für Angemessenheit - normative Orientierung
Vortrag von Hilge Landweer

Languages of Emotion IV
Die Emotionalisierung der Religion
Vorträge von Regine Herbrik und Hubert Knoblauch

Languages of Emotion V
Mitgefühl bei Menschenaffen
Vortrag von Katja Liebal

Languages of Emotion VI
Die Macht der Musik
Vortrag von Stefan Koelsch

Languages of Emotion VII
Coolness
Vortrag von Ulla Haselstein

Languages of Emotion IX
Weinen mit Tosca 
Clemens Risi spricht über die emotionale Wirkung von Opernaufführungen

 

Mehr bei DRadio Wissen:

Einführung in die Philosophie
Vortragsreihe mit Karl Jaspers
(Hörsaal)

Mein Studium - Philosophie
Denken, lesen, zweifeln
(17.10.2010)

 

Mehr zum Thema:

Geschichte der Philosophie bei Wikipedia

Denker des Abendlandes - Videoreihe von BR Alpha

Zum Kommentieren bitte registrieren oder anmelden.

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare

Wenn Sie Verstöße gegen unsere Kommentar-Regeln feststellen, informieren Sie bitte die Forenadministration per E-Mail.

Beitrag hören

Für dieses Element wird eine aktuelle Version des Flash Players benötigt.

Hörsaal

Ein Karteikasten mit Buchstabenreitern

Digitale NachhaltigkeitDie Ordnungs-Macht

Wer entscheidet, was aufbewahrt wird und wer sortiert es?

Mehr …

Eine Frau kämpft sich unter Flip-Chart-Blättern hervor.

Digitale NachhaltigkeitWas es (nicht) lohnt aufzuheben

Welche Daten wollen wir für die Ewigkeit speichern – und welche nicht?

Mehr …

Woytek Czyz und Jun Haruta aus Japan während der 4x100-Meter-Staffel bei den Paralympics 2012.

Vorbilder VSportliche Idole

Sind behinderte Sportler die besseren Vorbilder?

Mehr …

David Beckham nach dem verschossenen Elfmeter im Viertelfinale der EM-2004 gegen Portugal

Vorbilder IVZwischen Entertainer und Vorbild

Politik wird es, Sport ist es schon: Entertainment. Das macht es angehenden Vorbildern schwer.

Mehr …

Im Uhrzeigersinn von oben links: Christian Wulff, Annette Schavan, Silvana Koch-Mehrin und Karl Theodor zu Guttenberg.

Vorbilder IIINiemals Politiker werden

Taugen Politiker noch als Vorbilder für junge Menschen?

Mehr …

Ein schwarzer BH liegt auf rotem Samt

Erregende LiteraturWir waren schon mal weiter

"50 Shades of Grey" ist ein erotischer Bestseller - und ganz schön verklemmt...

Mehr …