Liebe Der Hype ums Hormon
Oxytocin und was es mit uns macht
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- Innige Umarmung (kedai-lelaki | flickr.com | CC BY 2.0)
Wenn es bei Mäusen klappt, wieso dann nicht auch beim Menschen: Dem Kuschelhormon Oxytocin wird nachgesagt, für Nähe und Empathie zu sorgen. Versuche mit Präriewühlmäusen deuten in die Richtung, dass Oxytocin bei der Paarbindung eine Rolle spielt.
Dass sich der Versuch auch auf die Menschheit übertragen lässt, diese Meinung vertritt Paul Zak aka Mr. Love. Er bezeichnet das Hormon Oxytocin als "sozialen Klebstoff", wichtig für die Entwicklung von Vertrauen, Zuneigung und Liebe. Menschen mit einem hohen Oxytocin-Spiegel zeigten sich in den Experimenten des Neuroökonoms als großzügiger und vertrauenswürdiger.
Stressabbau dank Hormon
Doch das sei zu sehr vereinfacht, meint der Psychologe Markus Heinrichs, einer der weltweit führenden Oxytocin-Forscher und Pionier auf diesem Forschungsgebiet. Forscher versuchen herauszufinden, wie potent Oxytocin wirklich ist. Erste Versuche lassen darauf schließen, dass das Hormon sich positiv auf den Abbau von Stress auswirkt und für bessere soziale Kontakte sorgt. Doch Heinrichs warnt vor zu großen Erwartungen.
So wirkt das Kuschelhormon
Der Psychologie-Professor Markus Heinrichs (Universität Freiburg) über die Wirkung des Hormons Oxytocin
Lieben macht glücklich - den Hormonen sei Dank. (Matthew Romack | Flickr | cc-yb2.0)Oxytocin wird meist in Situationen ausgeschüttet, die etwas mit der Fortpflanzung zu tun haben, sagt der Freiburger Psychologie-Professor Markus Heinrichs: beim Orgasmus, bei der Geburt und beim Stillen. Die Bezeichnung "Kuschelhormon" sei zwar vereinfachend. Aber sie stimme: Oxytocin fördere die Empathie und führe dazu, soziale Nähe zuzulassen.
Oxytocin - eine Lifestyle-Substanz
Das Hormon muss noch weiter untersucht werden, meint der Endokrinologe Helmut Schatz
Schwangerschaftshormone als Diät? (Paladin27/ flickr/ CC BY-NC 2.0)Ob das Kuschelhormon Oxytocin oder eine Diät mit Schwangerschafts-Hormonen, die Medien springen auf alles auf, sagt Helmut Schatz, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie. Für ihn steht fest, dass die Wirkung des Hormons noch nicht ausreichend erforscht ist. Doch die Versuche der Vergangenheit seien vielversprechend.
Sklaven der Hormone
Der Philosoph Michael Quante über die Vereinbarkeit von Determinismus und Willensfreiheit
Wie triebgesteuert ist unser Umgang? (Stock.XCHNG / Per Hardestam)Oxytocin sorgt dafür, dass wir uns besser in andere Menschen hineinversetzen können. Andere Hormone wirken sich stärker auf Aggressionen aus. Bei all dem stellt sich die Frage, wie frei wir wirklich in unserem Handeln sind. Gibt es so etwas wie einen freien Willen, oder ist alles vorbestimmt – sind wir also nur ein Sklave unserer Hormone? Für Michael Quante liegt die Wahrheit in der Verknüpfung der Gegensätze.