Linguistik Die Schriftdetektive
Markus Dohmann zeigt, wie die forensische Linguistik zur Aufklärung von Straftaten beiträgt
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- Schreibschrift - ein Auslaufmodell? (Fotografioso | flickr | cc by-nc-sa 2.0)
Handschriften und Schreibstile lassen sich bestimmten Personenkreisen oder einzelnen Menschen zuordnen. Dieses Wissen hilft dabei, gefälschte Dokumente von echten zu unterscheiden.
Eine Mutter fälscht in einem Sorgerechtsstreit das Tagebuch ihrer Tochter. Darin zu lesen sind schwere Vorwürfe gegen den Vater, er soll das Kind missbraucht haben. Der Mann wird verurteilt. Nachdem er die Strafe verbüßt hatte, wird der Fall wieder aufgerollt, denn das Tagebuch des Kindes wurde nie überprüft. Der Schwindel fliegt letztlich auf: Immer wieder sind Passagen zu lesen, in denen Schreibstil und Wortwahl nicht einem Kind zuzuordnen sind.
Der Schrift des Täters auf der Spur
Aufgeklärt wurde der Fall mit Hilfe der "Schriftdetektive" Gudrun und Klaus Müller, Sachverständige für forensische Linguistik. Der Wissenschaftszweig deckt Fehler in Erpresser- und Liebesbriefen, in Doktorarbeiten und Testamenten auf. Bundesweit bestellen Gerichte und Staatsanwaltschaften das Ehepaar Müller zu Gutachtern. Klaus Müller ist Spezialist für die Untersuchung von Handschriften. Er geht zum Beispiel der Frage nach, ob eine Unterschrift auf einem Dokument gefälscht ist oder ob zwei Schriftproben tatsächlich von derselben Person stammen.
Gudrun Müller ist dagegen die Expertin für die linguistische Analyse. Sie versucht, anhand der Wortwahl oder bestimmter Sprachwendungen wichtige Details über einen Verdächtigen herauszufinden. Wie die Beiden im Fall der fälschenden Mutter zusammenarbeiten, hat DRadio Wissen-Autor Markus Dohmann verfolgt.