Linguistik Ein Sprachen-Biotop namens Manhattan
Beitrag von Katrin Ohlendorf
New Yorker Sprachforscher suchen vor der Haustür nach aussterbenden Sprachen.
Die New Yorker "Allianz für gefährdete Sprachen" (Endangered Language Alliance, kurz ELA) betreibt Feldforschung vor der eigenen Haustür: Ihre Expeditionen führen sie in die Straßen New Yorks - und nicht in die abgelegenen Regionen Asiens oder Afrikas. In Cafés, Geschäften und auf Plätzen spüren die Forscher vom Aussterben bedrohte Sprachen auf.
Daniel Kaufmann, der Direktor der ELA, vor einer Tafel mit Kabardinisch-Notizen. (DRadio Wissen / Katrin Ohlendorf)
Bedrohte Vielfalt
Denn von den rund 6000 Sprachen, die weltweit noch existieren, werden bis zum Ende des Jahrhunderts rund 90 Prozent ausgestorben sein, prognostiziert die UN. New York, so die Allianz, "beherbergt" um die 800 Sprachen, mehr als irgendein anderer Ort dieser Welt.
Auf der Suche nach den letzten Sprechern
Majdalin Hilmi erklärt Bedeutungen im Kabardinischen. (DRadio Wissen / Katrin Ohlendorf)
Darunter gibt es so rare Perlen, wie etwa das gefährdete mexikanische Amusco oder das nahezu verschollene kaukasische Kabardinisch. Die Forscher spüren die Muttersprachler auf und dokumentieren mit deren Hilfe in ihrem Labor in Downtown Manhattan zum Beispiel Grundvokabular, aber auch die Bedeutung der Sprachen und ihr gedankliches Konzept.
Katrin Ohlendorf berichtet.
Mehr bei DRadio Wissen:
Finnisch kann so einfach sein. In Finnland wurde die sogenannte "selkokieli" eingeführt - eine einfachere und leicht lesbare Variante. (13.1.2011)
Weitere Informationen:
Der Unesco-Atlas der bedrohten Sprachen.
Das Projekt "Enduring Voices" beschäftigt sich mit bedrohten Sprachen.