Live-Hörspiel Weder gehörspielt noch hörgespielt
Eine Reportage von Dörte Fiedler
Stefan Kaminski steht auf der Bühne und macht Hörspiel. Vom Psycho-Pudel bis zum Nibelungenring reicht sein Repertoire. Dörte Fiedler hat sich mit dem Akustik-Künstler getroffen und zugehört.
Stefan Kaninski hat grob geschätzt 48 Stimmen in der Kehle. Einen lebhaften Streit zwischen einem Raben, einem kleinen Mädchen, einem bösen Zauberer und einem sprechenden Baum bekommt er locker alleine hin. Wenn er auf der Bühne steht, spricht Kaminski alle Figuren selbst. Und auch die Geräusche entstehen live: Ein alter Kühlschrank wird zur Autotür, die Pfeffermühle zum quietschenden Autoverdeck, der Pullover wird zum aufgeregten Flügelschlagen eines Vogels.
Stefan Kaminski. (ianmarco Bresadola/ drama-berlin.de)
Ein-Mann-Theater
Hörspiel ist populär. Auch Erwachsene haben kein Problem damit zuzugeben, dass sie sich vor dem Einschlafen ein Abenteuer der Drei Fragezeichen anhören. Manche Romane werden statt zum Hörbuch zu einem aufwändigen Hörspiel mit vielen verschiedenen Sprechern inszeniert.
Live-Hörspiel
Das Höspiel ist aber nicht nur erwachsener geworden, es findet auch eine neue Ausprägung im Live-Hörspiel. Ein Beispiel dafür ist Kaminski on Air: Eine Reihe Live-Hörspiele, die von Stefan Kaminski gestaltet, inszeniert und aufgeführt worden. Zusammen mit seinen Musikern steht er regelmäßig auf der Bühne. Dörte Fiedler hat ihm dabei zugeschaut.
Kaminski schlüpft in jede einzelne Rolle des Hörspiels selbst. (Gianmarco Bresadola/ drama-berlin.de)
Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 18.11.2010