Madagaskar Vanille - ein edles Naturprodukt
Franziska Badenschier über Vanille aus Madagaskar
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- Vanille gehört zu Madagaskars Exportschlagern. (Flo & Yo | Flickr | CC BY 2.0)
Vanille aus Madagaskar kann man auch in deutschen Supermärkten kaufen. Doch bis das schwarze, süße Vanillemark und die braunen, aromatischen Vanillestangen im Supermarktregal ankommen, ist der Weg lang. Von Antalaha an der Nordostküste Madagsakars bis nach Deutschland.
In Antalaha, einer Stadt mit 35.000 Einwohnern im Nordosten Madagaskars, liegt ein süßer Duft in der Luft. Antalaha gilt als Welthauptstadt der Vanille. Die aromatischen Schoten werden auf Hunderten Plantagen rund um die Stadt angebaut. Im November, wenn auf Madagaskar die Regenzeit beginnt, bestäuben Arbeiter mit einem Kaktusstachel die gelb-weißen Blüten. Normalerweise sind Kolibris mit ihrem langen, schmalen Schnäbeln dafür zuständig. Doch die gibt es auf Madagaskar nicht. Ursprünglich stammt die Vanillepflanze nämlich aus Mexiko vor. 1840 brachten die Franzosen die Pflanze nach Madagaskar.
Schwitzen in einem Holzkasten
Gut sieben Monate wachsen die Vanille-Schoten. Im Reifezustand sind sie 22 Zentimeter lang und erinnern an grüne Bohnen. Im Juli und August beginnt die Erntearbeit. Die grünen Schoten werden zuerst mit 65 Grad heißem Wasser gebrüht. Dann schwitzen sie einige in einem Holzkasten. "Die Schoten werden (...) mindestens einen Monat lang stehen gelassen. Das ist wie beim Wein: Man muss etwas altern, damit der Geruch stärker wird. Damit der Duft aber nicht entweicht, wird die Vanille in Paraffin-Papier eingeschlagen", erklärt Gigi Chan Hoi Mi.
Zwei Jahre sind Vanillestangen haltbar
Dabei werden Keime abgetötet und die Schoten werden schwarz, biegsam und entwickeln ihr Aroma. Dann sind die Vanille-Schoten rund zwei Jahre haltbar und werden in die ganze Welt exportiert. Gigi Chan Hoi Mi ist seit 22 Jahren im Vanillegeschäft. 200 bis 250 Tonnen Vanille exportiert sie Jahr für Jahr mit ihrer eigenen Firma. In Handarbeit sortieren ihre Arbeiterinnen die Schoten. Farbe, Größe, Feuchtigkeit spielen dabei eine Rolle.