Märchen Deutschland sucht das Super-Märchen
Wiebke Lehnhoff schickt Rapunzel und Rotkäppchen in eine Castingshow
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- Ende schlecht - alles gut? Im Märchen-Casting haben die bösen Figuren die besseren Karten. (nimariel | flickr | CC BY-NC-SA 2.0)
Märchenfiguren, die in heutigen TV-Castingshows bestehen wollen, brauchen Charakter. Ecken und Kanten. Das gewisse Etwas. Aber wer bringt das mit? Rapunzel ist schon mal raus, findet der Kölner Casting-Direktor Jochen Langer, der seit 20 Jahren nach der richtigen Besetzung für Game-Shows, Reality-Formate oder Serien fahndet. Und die anderen?
Heute vor 200 Jahren erschienen die Märchen der Gebrüder Grimm zum ersten Mal. Was Jacob und Wilhelm damals niederschrieben, war die optimierte Version von Geschichten, die ihnen alte Mütterchen aus dem Volk erzählt hatten. Eine Best-of-Sammlung von dem, was sich die Deutschen und ihre Nachbarn am Herd und auf der Straße erzählten.
Rotkäppchen in der Casting-Show
Schon damals gab es also eine Auswahl bei den Figuren, die es in die Märchen geschafft haben. Eine Art Street-Casting also. Der Auswahlprozess hat sich gelohnt, denn Grimms Geschichten sind seit 200 Jahren ein deutscher Exportschlager - bis heute werden zahllose Filme und Serien auf der Grundlage von Aschenputtel und Rotkäppchen gedreht. Was ist es, das die Menschen bis heute so an diesen Geschichten fasziniert? Und: Sind tatsächlich alle grimmschen Märchenfiguren beliebt?
Format-TV trifft auf Märchenfiguren
Wiebke Lehnhoff wollte es genauer wissen und hat die altehrwürdigen Figuren einem Realitätscheck unterzogen. Sie hat Rapunzel, Rotkäppchen und Co in ein TV-Casting geschickt. Denn eines ist klar: Die heutigen Ansprüche an Geschichten sind um einiges höher als vor 200 Jahren.