Donnerstag, 23. Mai 2013

Medien /

Marathi Das Gegenteil von Bollywood  

Anna Goretzki über eine kleine Filmindustrie im Schatten des großen Bruders

Die Filmszene aus "Deool - The Temple" von Umesh Kulkarni zeigt einen jungen Mann (Dilip Prabhawalkar), der ungläubig ins Nichts starrt.
Eine Szene aus dem Film "Deool" von Umesh Kulkarni: Wo Bollywood glänzt, sind Marathi-Filme schmutzig (Deool | SAIFF)

Marathi steht für eine Filmkultur, die Bollywood widerspricht. Statt singender Paare gibt es die schmutzige Realität.

Marathi-Filme werden mit wenig Geld und einfachen Mitteln produziert, und zwar im indischen Bundesstaat Maharashtra. Dort sind es die staubigen Outbacks, die den Filmen als Kulisse dienen. Filmvorführungen laufen auf Dorfplätzen, wo ratternde Generatoren die Filme auf getünchte Hauswände projizieren. Die Schauspieler sprechen nicht Hindi, sondern Marathi: die Sprache der Region.

Low Budget statt Bollywood-Bombast

Einer der erfolgreichsten Marathi-Regisseure ist Umesh Kulkarni. Der 33-Jährige gewann für seinen Film Deool den diesjährigen indischen National Film Award für den besten Spielfilm. "Wir erleben gerade den Beginn einer neuen Welle des Marathi-Kinos", sagt Kulkarni. "Viele junge Filmemacher haben damit begonnen, Filme zu machen, die von ihren eigenen Erfahrungen erzählen."

Regionales Kino mit Ambitionen

Das Neue Marathi-Kino bringt Filme auf die Leinwand, die mit dem Leben ganz normaler, einfacher Menschen zu tun haben. Die junge Filmbewegung ist noch ein regionales Phänomen. Beim Publikum in Maharashtra ist sie jedoch extrem beliebt - trotz oder gerade wegen des provisorischen Charakters der Filme.

 

Three of Us - Kurzfilm von Umesh Kulkami (Youtube | FilmfactoryShorts)



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