Medien Drohnenjournalismus
Die Vogelperspektive gewinnt im Journalismus an Bedeutung, birgt aber auch Gefahren
Gerade bei Katastrophen, in Krisen oder im Kriegsfall ist es für Journalisten besonders schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen und an objektives Material heranzukommen. Der Blick von oben, die Vogelperspektive, kann dabei hilfreich sein. Längst müssen Berichterstatter dafür nicht mehr selbst in die Luft gehen: Unbemannte Flugkörper - ausgestattet mit Kameras und Tonaufnahmegeräten - übernehmen den Job.
Journalismus von oben
Vera Linß über den erhöhten Blick der Reporter
Sieht so der Reporter von morgen aus? (wikimedia commons | gemeinfrei)Während heute Drohnen Stand der Technik sind, war der französische Fotograf Félix Nadar 1858 mit einem Ballon technisch auf dem neuesten Stand. Er war der erste, der für seine Luftbilder berühmt wurde. Später, vor allem in Kriegszeiten, stiegen Fotografen in Zeppeline. Es folgten Hubschrauber und Flugzeuge. Jetzt werden diese langsam von Drohnen abgelöst.
Tiefflug statt Kamerakran
Thomas Reintjes ist bei einem Dreh mit einer Kameradrohne dabei
Drohnen ersetzen Hubschrauberaufnahmen (Camp of Champions | flickr | cc by 2.0)Bisher waren Bilder aus der Vogelperspekive Luxus: Einen Hubschrauber mieten kostet Filmteams viel Geld. Mit kleinen, ferngesteuerten Drohnen lassen sich ungewöhnliche Blickwinkel viel günstiger und schneller umsetzen. Zwar ist auch der Dreh mit der Drohne Teamwork, aber in viel geringerem Umfang.
Luftaufklärung in zivil
Katja Keppner über die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen
Wie viele Regierungsgegner gingen tatsächlich auf die Straße? Die Antwort liegt in der Luft. (Sergei Ilnitsky | dpa/picture-alliance)Demos, Katastrophen, Umweltschutz und Naturfilm: Drohnen sorgen für neue Blickwinkel. Bei Demonstrationen beispielsweise müssen sich Journalisten oft auf die Angaben von Veranstalter oder Polizei verlassen. In Moskau hingegen nutzten Reporter Drohnen, um selbst zu sehen, wie viele Regierungsgegner auf die Straße gegangen sind. Und auch Paparazzi verwenden die Fluggeräte - für ihre Jagd auf Promis.
Die Ethik der Drohne
Philipp Banse über juristische und moralische Regeln für Drohnenjournalisten
Was darf die Drohne filmen? (dpa/picture alliance (Peter Steffen))Jeder kann sich heute - Geldreserven vorausgesetzt - ein Drohne kaufen und Luftaufnahmen machen. Doch legal ist das nicht immer. Und auch über Ethik und Moral sollten sich Drohnenpiloten Gedanken machen, bevor sie den Akku anstöpseln.