Mittwoch, 19. Juni 2013

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Medien Drohnenjournalismus

Die Vogelperspektive gewinnt im Journalismus an Bedeutung, birgt aber auch Gefahren

Eine Drohne des amerikanische Medienforschers wird Journalisten vorgeführtEine Drohne des amerikanische Medienforschers Waite fliegt am 20.09.2012 in Hamburg beim Branchentreff Scoopcamp vor dem Publikum. Das Scoopcamp findet in diesem Jahr zum vierten Mal statt. Die Veranstaltung wird von der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und dem Business-Netzwerk Hamburg@work ausgerichtet. Sie will Journalisten und Programmierer in Medienbetrieben zusammenbringen
Da staunt die Journalistenschar (dpa/picture alliance (Daniel Reinhardt))

Gerade bei Katastrophen, in Krisen oder im Kriegsfall ist es für Journalisten besonders schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen und an objektives Material heranzukommen. Der Blick von oben, die Vogelperspektive, kann dabei hilfreich sein. Längst müssen Berichterstatter dafür nicht mehr selbst in die Luft gehen: Unbemannte Flugkörper - ausgestattet mit Kameras und Tonaufnahmegeräten - übernehmen den Job.

 

Journalismus von oben
Vera Linß über den erhöhten Blick der Reporter

Zeichnung eines Fotografen, der aus einem Ballon heraus fotografiertSieht so der Reporter von morgen aus? (wikimedia commons | gemeinfrei)Während heute Drohnen Stand der Technik sind, war der französische Fotograf Félix Nadar 1858 mit einem Ballon technisch auf dem neuesten Stand. Er war der erste, der für seine Luftbilder berühmt wurde. Später, vor allem in Kriegszeiten, stiegen Fotografen in Zeppeline. Es folgten Hubschrauber und Flugzeuge. Jetzt werden diese langsam von Drohnen abgelöst.

 

 

Tiefflug statt Kamerakran
Thomas Reintjes ist bei einem Dreh mit einer Kameradrohne dabei

Ein Mann hält einen Minihelikopter an dem verschiedene Kameras befestigt sind und lacht stolz. Er steht im Schnee auf einem BergDrohnen ersetzen Hubschrauberaufnahmen (Camp of Champions | flickr | cc by 2.0)Bisher waren Bilder aus der Vogelperspekive Luxus: Einen Hubschrauber mieten kostet Filmteams viel Geld. Mit kleinen, ferngesteuerten Drohnen lassen sich ungewöhnliche Blickwinkel viel günstiger und schneller umsetzen. Zwar ist auch der Dreh mit der Drohne Teamwork, aber in viel geringerem Umfang.

 

 

 

Luftaufklärung in zivil
Katja Keppner über die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen

Aufnahme von schräg oben von den Märschen der Opposition am 12.06.2012 in Moskau.Wie viele Regierungsgegner gingen tatsächlich auf die Straße? Die Antwort liegt in der Luft. (Sergei Ilnitsky | dpa/picture-alliance)Demos, Katastrophen, Umweltschutz und Naturfilm: Drohnen sorgen für neue Blickwinkel. Bei Demonstrationen beispielsweise müssen sich Journalisten oft auf die Angaben von Veranstalter oder Polizei verlassen. In Moskau hingegen nutzten Reporter Drohnen, um selbst zu sehen, wie viele Regierungsgegner auf die Straße gegangen sind. Und auch Paparazzi verwenden die Fluggeräte - für ihre Jagd auf Promis.

 

 

Die Ethik der Drohne
Philipp Banse über juristische und moralische Regeln für Drohnenjournalisten

Eine Überwachungsdrohne der Polizei vor einem düsteren HimmelDie Überwachungsdrohne der Polizei "md 4-200" wird am Dienstag (30.08.2011) während einer Großübung in Celle bei Demonstranten eingesetzt. Die niedersächsische Bereitschaftspolizei übt in Celle neue Techniken der Beweissicherung und Festnahme. Mehr als 800 Mitwirkende sollen auf einem ehemaligen Kasernengelände Szenen nach einem festen Drehbuch spielen. Die Polizisten werden dabei mit Gewalt und schwer zu kontrollierenden Situationen konfrontiert.Was darf die Drohne filmen? (dpa/picture alliance (Peter Steffen))Jeder kann sich heute - Geldreserven vorausgesetzt - ein Drohne kaufen und Luftaufnahmen machen. Doch legal ist das nicht immer. Und auch über Ethik und Moral sollten sich Drohnenpiloten Gedanken machen, bevor sie den Akku anstöpseln.

 



Alle Beiträge der Serie "Drohnenjournalismus" im Überblick:

Drohnen I - Journalismus von oben
Vera Linß über die Geschichte der vermeintlich objektiven Vogelperspektive

Drohnen II - Tiefflug statt Kamerakran
Thomas Reintjes ist beim Dreh mit einer Kameradrohne dabei
(Medien vom 21.11.2012)

Drohnen III - Luftaufklärung in zivil
Katja Keppner über die Einsatzmöglichkeiten von Drohnen
(Medien am 22.11.2012, ab 08:30 Uhr)

Drohnen IV - Wann Journalisten abheben dürfen
Philip Banse über juristische und moralische Regeln für Drohnenjournalisten
(Medien am 23.11.2012, ab 08:30 Uhr)

 

Mehr bei DRadio Wissen:

Töten aus sicherer Distanz
Niklas Schörnig, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung, über die Konsequenzen des Drohnen-Einsatzes
(Agenda vom 30.10.2012)

Drohnen: Tödlich bis hilfreich
Drohnen werden immer kleiner und immer billiger. Nicht nur Militär und Polizei zeigen Interesse, auch Privatpersonen. Über die Entwicklung von unbemannten Flugobjekten berichtet Jürgen Kuri, stellvertretender Chefredakteur der Computerzeitschrift c't.
(Medien vom 17.09.2012)

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