Medien Über die Zukunft klassischer Blogs
Webschau mit Martina Schulte
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- Pointiert, leidenschaftlich, persönlich - so sollten Blogs sein. (Search Engine People Blog/flickr/cc-by)
Netzbeobachter haben einen neuen Trend ausgemacht, einen Trend zur Kürze. Das handelsübliche Bloggen, so raunen sie, werde in Zukunft von kurzen Statusmeldungen wie auf Twitter oder Facebook verdrängt. Und einige prominente Blogger denken schon jetzt laut darüber nach, ob man seine Blogeinträge mittelfristig auch auf Facebook verlegen könnte.
700 Millionen Menschen auf der ganzen Welt nutzen Facebook und 200 Millionen nutzen Twitter. Kein Wunder also, dass das, was mal gebloggt wurde, nun häufiger getweetet oder bei Facebook gepostet wird. Und das bedeutet zwangsläufig: Die Meldungen werden kürzer. Denn Twitter erlaubt bekanntlich nur 140 Zeichen pro Tweet und Facebook in seinen Statusmeldungen 420 Zeichen.
Insbesondere Facebook eignet sich sehr gut als Blog-Ersatz, findet Jürgen Vielmeier in einem Blog auf basicthinking.de – insbesondere, wenn man verstehe, den Zwang zur Kürze auszuhebeln, indem man eine Facebook-Nachricht schreibe, anstatt seine Gedanken per Statusmeldung in 420 Zeichen kundzutun. Bei allen Vorteilen von Twitter und Facebook sieht Stefan Schulz bei den Sozialtheoristen aber den Nachteil, dass dieses "Privatmeinungsinternet" völlig bedeutungslos sei.
Ein weiterer Nachteil für den, der Facebook als Blog-Ersatz nutzt: Die Öffentlichkeit, die man erreicht, ist in aller Regel nicht unbegrenzt. Wer aber schnell und unkompliziert eine unbegrenzte Menge an Leuten erreichen will, für den kann Tumblr interessant sein: eine Art Schnell-Bloggingtool, mit dem man fix und unkompliziert im Netz Videos, Bilder, Fotos und Grafiken publizieren kann.
Fast 20 Millionen Blogs laufen mittlerweile unter dem Dach dieses Diensts. Das führt zu Server-Ausfällen – aber die tun dem Angebot kaum einen Abbruch, findet Martin Weigert bei netzwertig.com. Und auch Marcel Weiß sieht in seinem Blog bei Hyperland Tumblr als einen "stark wachsender Spieler auf dem Feld des Social Web“.