Dienstag, 21. Mai 2013

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Medien Zeitung ohne Redaktion  

Sebastian Sonntag über die Kündigung einer ganzen Zeitungsredaktion

Mit einem selbstgemalten Plakat demonstriet ein Mann am 19.01.2013 in Dortmund vor der Zentrale der Westfälischen Rundschau.
Die Redaktion ist weg, die Zeitung bleibt. Dagegen demonstrierten die 120 gekündigten Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau. (Bernd Thissen | dpa)

Das Zeitungssterben in Deutschland hält an. Im Fall der Westfälischen Rundschau stirbt nicht die Zeitung an sich, die wird es weiter geben, doch die 120 Redaktionsmitarbeiter wurden alle entlassen.

Die Entlassung der Redaktion der Westfälischen Rundschau ist Teil einer Umstrukturierung in der WAZ-Mediengruppe. Laut Pressemitteilung stellt sich der Verlag zukunftssicher auf und reagiert auf die Verluste der Westfälischen Rundschau.

Verluste und Gewinne 

Sueddeutsche.de beziffert die Verluste auf 50 Millionen Euro, weist aber daraufhin, dass die Schwesterblätter Westdeutsche Allgemeine, Neue Ruhr/ Neue Rheinzeitung und die Westfalenpost schwarze Zahlen schreiben. Insgesamt, erfährt man auf carta.info, macht die WAZ-Mediengruppe wieder gewinne. 150 Millionen Euro pro Jahr will man in der Zukunft erwirtschaften. Und das ist auch einer der Kritikpunkte der ehemaligen Mitarbeiter der Westfälischen Rundschau. 

Zombieredaktion

Am 2. Februar demonstrierte die ehemalige Redaktion und trug symbolisch die Westfälische Rundschau zu Grabe. Der Trauermarsch und einige Reden sind auf Youtube hochgeladen. Mit dem Begriff "Zombiezeitung" spielt Frank Stach vom Deutschen Journalistenverband NRW darauf an, dass es die Westfälische Rundschau weiter geben wird, auch ohne Redaktion. 

Schrumpfende Pressevielfalt

Lokale Nachrichten stellen je nach Lokalteil verschiedenen Zulieferer bereit. In Dortmund hat das einen besonderen Beigeschmack, schreibt sueddeutsche.de. Dort kommen die Lokalnachrichten von der bisherigen Konkurrenz, von den Ruhrnachrichten. Das sei "schrumpfende Pressevielfalt" vor allem weil die SPD-orientierte Westfälsche Rundschau bisher ein Gegenpol zu den CDU-orientierten Ruhrnachrichten war. 

Inhaltliche Probleme

Der Blogger Stefan Niggemeier erklärt, wie unter der Hand und ohne Öffentlichkeit die Redaktion geschlossen werden sollte. Thomas Knüwer beschäftigt sich schon länger mit dem Zeitungssterben. Für den Blogger und Journalisten ist die Ursache ein inhaltliches Problem. Auf seinem Blog "Indiskretion Ehrensache" verweist er auf die Gewinner des renommierten Lokaljournalismuspreises der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Neuer Lokaljournalismus

Zufälligerweise gibt es seit dem 2. Februar auch den Versuch eines Lokalteils Dortmund auf dem Blog Ruhbarone

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