Mittwoch, 19. Juni 2013

Kultur /

Medizin Ärzte im Konflikt  

Ein Gespräch mit Klaus Lieb, Direktor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz

Eine Hand voll Pillen.
Eine Hand voll Pillen. (xchng/ Andrzej Gdula )

Wenn der Pharma-Vertreter kommt: Ärzte wehren sich gegen die Vereinnahmung durch die Industrie.

Arzneimittelmuster, Essenseinladungen, Reisen oder sogar Geld -  wenn der Pharmavertreter einen Arzt besucht, bringt er in der Regel etwas mit. Und hegt dafür Erwartungen: Natürlich sollen die Arzneimittel seines Hauses besonders häufig verschrieben werden.

Vorteilsnahme ist Alltag

Die Annahme von Geschenken und anderen Vergünstigungen wie die Bezahlung von Reise- und Übernachtungskosten für Fortbildungsveranstaltungen oder ein gemeinsames Abendessen gehört in der deutschen Ärzteschaft zum Alltag. Manche Ärzte geraten dadurch in einen Gewissenskonflikt.

Gesundheit und wirtschaftliche Interessen

Das Risiko: Die Medikamentenverordnung ist nicht mehr primär am Patientenwohl orientiert, sondern an den wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie.

Wir sprechen darüber mit Klaus Lieb, Direktor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Er sagt: "Die finanziellen Verbindungen zwischen Ärzten und Pharma­industrie ziehen sich quer durch die ganze Medizin."



Mehr bei DRadio Wissen:

Studien mit Nebenwirkungen
Arzneimittelstudien, die vom Hersteller finanziert wurden, liefern ein verzerrtes Bild von Wirksamkeit und Nebenwirkungen des Medikaments. (Agenda, 23.04.2010)

Pharmaindustrie vs. Patienten
Wer leitet in Zukunft das "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen"? (Agenda, 20.01.2010)

 

Weitere Informationen:

Wie die Pharmaindustrie die Forschung kauft
(Deutschlandradio Kultur, 06.07.2011)

Wenn der Vertreter kommt
Interview mit Klaus Lieb
(forschung-und-lehre.de, 07.07.2011)

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