Medizin Ärzte im Konflikt
Ein Gespräch mit Klaus Lieb, Direktor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz
Wenn der Pharma-Vertreter kommt: Ärzte wehren sich gegen die Vereinnahmung durch die Industrie.
Arzneimittelmuster, Essenseinladungen, Reisen oder sogar Geld - wenn der Pharmavertreter einen Arzt besucht, bringt er in der Regel etwas mit. Und hegt dafür Erwartungen: Natürlich sollen die Arzneimittel seines Hauses besonders häufig verschrieben werden.
Vorteilsnahme ist Alltag
Die Annahme von Geschenken und anderen Vergünstigungen wie die Bezahlung von Reise- und Übernachtungskosten für Fortbildungsveranstaltungen oder ein gemeinsames Abendessen gehört in der deutschen Ärzteschaft zum Alltag. Manche Ärzte geraten dadurch in einen Gewissenskonflikt.
Gesundheit und wirtschaftliche Interessen
Das Risiko: Die Medikamentenverordnung ist nicht mehr primär am Patientenwohl orientiert, sondern an den wirtschaftlichen Interessen der Pharmaindustrie.
Wir sprechen darüber mit Klaus Lieb, Direktor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. Er sagt: "Die finanziellen Verbindungen zwischen Ärzten und Pharmaindustrie ziehen sich quer durch die ganze Medizin."