Medizin CMV kostet bis zu vier Lebensjahre
Hartmut Hengel, Virologe an der Universität Düsseldorf, über ein unterschätztes Virus
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- Eine vorgeburtliche Infektion mit Cytomegalie kann zu schweren Schäden des Kindes führen. (Jacob Johan | flickr | cc by-nc-sa 2.0)
Das Cytomegalie-Virus (CMV) gehört zu den Herpes-Viren. Für Erwachsene besteht kaum Gefahr, wenn sie daran erkranken - es sei denn, sie haben ein geschwächtes Immunsystem. Infizieren sich Kinder im Mutterleib mit CMV können sie schwere neurologische Schäden davon tragen.
CMV ist die Abkürzung für das Cytomegalie-Virus. Es gehört zur Familie der Herpes-Viren. Auf den ersten Blick wirkt CMV harmlos. Gesunde Erwachsene zeigen kaum oder keine Symptome. Vor allem aber Ungeborene können schwere neurologische Schäden davon tragen, wenn sie sich über die Mutter mit CMV infizieren.
Zweifelhafte Studie
Das Virus ist weit verbreitet, kommt in manchen Teilen der Welt aber wesentlich häufiger vor als in anderen. Zudem gibt es ein soziales Gefälle. Sozial benachteiligte Menschen sind häufiger Träger von CMV. Die Lebenserwartung von sozial benachteiligten Menschen ist aber statistisch gesehen sowieso kürzer als die von Menschen mit hoher Bildung und hohem Einkommen. Kritiker bezweifeln deshalb den hohen Einfluss der CMV-Infektion auf die Lebenserwartung. Fest steht allerdings: CMV beschäftigt unser Immunsystem ein Leben lang.