Sonntag, 19. Mai 2013

Natur /

Medizin Der Pförtner im Kopf  

Verena von Keitz über die Blut-Hirn-Schranke

Schild: No Entry
Kein Zugang, meldet der Pförtner im Hirn. (Elliott Brown | Flickr | cc-by-2.0)

Die Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn vor schädlichen Erregern, verhindert aber auch den Zutritt hilfreicher Medikamente. Ein lebensbedrohliches Dilemma.

Für gesunde Menschen ist die Blut-Hirn-Schranke ein Segen. Für kranke Menschen kann sie ein Nachteil sein, der lebensrettenden Medikamenten den Zutritt zum Gehirn verwehrt. Die Blutgefäße im zentralen Steuerorgan des Menschen sind von sehr eng miteinader verbundenen Zellen ausgekleidet, die nur ganz exklusiven Stoffen erlauben, durch sie hindurch auf die Gehrinseite zu gelangen.

Zielgenaue Lieferung

Forschern vom Bonner Life-Science-Inkubator(LSI) ist es gelungen, die Schranke im Kopf mit Hilfe von künstlichen Proteinkapseln zu überlisten und die darin eingeschlossene Ladung in einem vorher festgelegten Hirnbereich abzuliefern. Möglicherweise haben die Wissenschaftler jetzt ein effektives Mittel gegen Hirnerkrankungen wie Alzheimer und Gehirntumore in der Hand.

Das Gehirn schützt sich selbst

Heiko Manninga vom LSI sagt dazu: "Die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden bedeutet, etwas da hinein zu bringen, was eigentlich nicht dorthin soll. Wo sich das Gehirn viel Mühe macht, sich selbst zu schützen. Da muss man sich sehr genau überlegen, wie man das macht."



Mehr bei DRadio Wissen:

Küchenirrtum - Mit Glutamat schmeckt's besser
Glutamat sollte die Blut-Hirn-Schranke eines Menschen nicht durchbrechen.
(Spielraum vom 23.05.2012)

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