Medizinstudium Abgeklemmt
Der Präsident des Medizinischen Fakultätentags, Heyo K. Kroemer, über die Verkürzung des Medizinstudiums
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- Schneller zum Arztkittel: Die EU will die Studienzeit für Mediziner verkürzen. (heipei | flickr | CC BY-SA 2.0)
Bisher dauerte ein Medizinstudium in Deutschland mindestens sechs Jahre. Jetzt will die EU die Dauer auf fünf Jahre verkürzen - die Medizinischen Fakultäten wehren sich vehement dagegen.
Wundversorgung, Knochen schienen, Patienten behandeln - wer Arzt werden wollte, brauchte dafür in Deutschland bis jetzt mindestens sechs Jahre. Das soll sich ändern, zumindest wenn es nach der EU geht. Die will die Mindestdauer für das Medizinstudium auf fünf Jahre herabsetzen. Die Medizinischen Fakultäten in Deutschland befürchten, dass dieser Zeitraum sich als Regelstudienzeit für Mediziner in Europa etabliert.
"Motor für Qualitätsabsenkung"
Für einige europäische Länder wäre das kein Problem: Irland zum Beispiel kommt bisher sogar mit vier Jahren aus. Aber diese Staaten dürften nicht zum "Motor für Qualitätsabsenkungen" werden, kritisiert Heyo Kroemer, Präsident des Medizinischen Fakultätentages. "Durch die Verkürzung würde das Medizinstudium erschwert und die hohe Qualität der ärztlichen Ausbildung abgesenkt werden. Die Ausbildungskosten würden erhöht und die Studienabbrüche zunehmen", sagt er.
Kaum Proteste
Die Deutschen sind bisher fast allein mit ihren Sorgen: Laut den Medizinischen Fakultäten haben sich bis jetzt kaum EU-Mitgliedsstaaten gegen die Regelung ausgesprochen. Dabei drängt die Zeit: Im Januar 2013 soll darüber entschieden werden.