Mein Studium Altorientalistik
Julia Beißwenger und Monika Ahrens über den philologisch-historischen Studiengang
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- Altorientalisten beschäftigen sich mit alten Keilschriften - diese wird auf das Jahr 1243 vor Christus datiert. (picture alliance / dpa)
Vor 5000 bis 2000 Jahren gab es im Alten Orient auf dem Gebiet des heutigen Irak und Syriens bereits hoch entwickelte Kulturen. Die Sumerer, Assyrer, Babylonier oder Akkader hatten eine ausdifferenzierte Verwaltung und Arbeitsteilung, sie besaßen ein breites Wissen zum Beispiel in der Heilkunde oder Baukunst. Und sie hatten bereits eine eigene Schrift, die so genannte Keilschrift.
Die Menschen schrieben auf Tontafeln. Vor rund 150 Jahren begannen Forscher, die Tontafeln zu entziffern. Aus dieser Arbeit entstand die Wissenschaft der Altorientalistik, auch Assyriologie genannt.
Das Fach kann man an verschiedenen Universitäten in Deutschland studieren. Auf dem Lehrplan stehen Vorlesungen über die Geschichte und Kulturen des Alten Orients. Zudem lernen die Studenten verschiedene altorientalistische Sprachen und ihre Keilschriftzeichen.
DRadio Wissen stellt die Altorientalistik in der Serie „Mein Studium“ vor.
Antike Kulturen und Schriftzeichen
Julia Beißwenger und Monika Ahrens mit den wichtigsten Fakten
Der Alte Orient in einer Kartenansicht - mit dem Kerngebiet Mesopotamien (Schar Kischschatim/ Wiki Commons/ gemeinfrei)Wo kann man Altorientalistik studieren? Was sind die Inhalte? Wie kommt man an einen Studienplatz? Der Faktencheck liefert die wichtigsten Informationen. Saskia Badenschneider studiert Assyriologie in Heidelberg. Sie gibt einen Einblick in ihren Studienalltag. Monika Ahrens stellt die Frage, warum die Assyrer in der Fachliteratur lange Zeit als grausam dargestellt wurden.
Die Sprache der Babylonier und Assyrer
Julia Beißwenger hat an der Universität Heidelberg Studenten begleitet
Babylon war eine der wichtigsten Städten des Altertums (Wikicommons, Deutsche Fotothek)Wer Altorientalistik studiert, beschäftigt sich viel mit antiken Sprachen und Schriftzeichen. In den ersten Semestern stehen deshalb Sprachkurse im Vordergrund. Ihr Wissen wenden die Studenten später in Lektüreseminaren an.
Alte Kulturen, junges Fach
Manfred Krebernik, Professor für Altorientalistik in Jena, spricht über Studienaufbau und Forschung
Friedrich Delitzsch (1850-1922) in einem zeitgenössischen Porträt (picture alliance / dpa)Altorientalistik ist ein relativ junges Fach. In Deutschland fanden erste Lehrveranstaltungen vor rund 150 Jahren in Jena statt. Dort studierte unter anderem Friedrich Delitzsch. Er habilitierte sich 1874 in "Assyriologie" und etablierte damit die Wissenschaft von den Keilschriftsprachen und Kulturen des Alten Orients als eigenständige Disziplin.
Kaum Stellen für Altorientalisten
Julia Beißwenger und Andreas Lange über die Berufsperspektiven von Altorientalisten
Eine Tafel mit Keilschrift in der alten Assyrer-Stadt Nimrud im Irak. (picture alliance / dpa)Tausende von Keilschrifttexten haben Archäologen ausgegraben, doch viele dieser Texte sind bislang nicht übersetzt. Theoretisch gibt es also viel zu tun für Altorientalisten bzw. Assyriologen. Doch es gibt nur wenige Stellen für Absolventen des Studiengangs.
Das Fach im Überblick
Julia Beißwenger fasst im Gespräch noch einmal die wichtigsten Informationen zusammen.
Eine Ruine der antiken Stadt Assur - der Hauptstadt der Asyyrer - am Ufer des Tigris im Irak. (picture alliance / dpa)Wie lebten die Menschen im Alten Orient? Warum starb ihre Keilschrift aus? Und was bedeutet es für Studenten der Altorientalistik, die antiken Keilschriftzeichen zu lernen?
Alle Beiträge gibt es auch noch einmal zum Nachhören in der Sendung "Mein Studium“ am Samstag, den 1. September ab 9:05 Uhr.